Allianz-Österreich-Chef: Kein Problem mit niedrigen Zinsen

Wien (APA) - In den niedrigen Zinsen sieht Allianz-Österreich-Chef Wolfram Littich auch längerfristig kein Problem in der Lebensversicherung. Die Allianz Österreich "würde es locker durchhalten, wenn die Zinsen 30 Jahre lang so niedrig bleiben", sagte er in den "Salzburger Nachrichten" (Montag). Es gebe hierzulande kein Indiz, "dass irgendein Versicherer in Schieflage geraten könnte".

Für Versicherungen liege die Herausforderung darin, in der Vergangenheit zugesagte hohe Leistungen zu finanzieren. Entscheidend sei dabei, ob sich die Laufzeit der Schulden mit jener des Vermögens decke. "Wenn ich einem Kunden vor ein paar Jahren garantiert habe, ihm in 30 Jahren sein Geld zurückzugeben, und zum selben Zeitpunkt eine 30-jährige endfällige Anleihe gekauft habe, gibt es kein Problem", sagt Littich. Das Um und Auf sei die Fristigkeit auf der Aktiv- und Passivseite der Bilanz, die sei von Haus zu Haus verschieden.

Die Zinsen seien für Lebensversicherungen wichtig, die zum Sparen verwendet werden. Um kurz- oder mittelfristig Geld anzusparen, sei die Lebensversicherung das falsche Produkt, Versicherungssteuer und Abschlusskosten drückten zu stark auf den Ertrag. "Aber ab 20 Jahren Laufzeit sind wir ungeschlagen." Die Allianz Österreich habe die Gewinnbeteiligung nie zurückgenommen, die Gesamtverzinsung betrage über einen Zeitraum von 25 bis 30 Jahren "zwischen 2,5 und 3 Prozent, KESt-frei, das ist im Vergleich zu einer Bundesanleihe schon sehr attraktiv".

Bei der Kreditvergabe konzentrierten sich Banken künftig stärker auf das kurzfristige Geschäft. Langfristige Finanzierungen würden vermehrt von Versicherungen vergeben. Versicherungen dürfen seit 2014 unter Bedingungen Unternehmenskredite und hypothekarisch besicherte Kredite vergeben. Bei Laufzeiten von 15 bis 20 Jahren habe das Kreditgeschäft für Assekuranzen mehr Sinn als für Banken, daher würden sie künftig auch eine stärkere Rolle in der langfristigen Finanzierung von Industrieunternehmen spielen.

Das Pensionskonto begrüßt Littich, "nicht, weil uns das Geschäft bringt, sondern weil es Transparenz bringt". Die sollte mit mehr Wahlfreiheit für Kunden einhergehen, zwischen den verschiedenen Vorsorgeprodukten wechseln zu können. Während das Bewusstsein, für die Pension vorsorgen zu müssen, in der Bevölkerung mittlerweile breit verankert ist, sei das bei der Pflege noch ganz anders. Der Versicherungsverband bemühe sich um eine Förderung der privaten Pflegeversicherung, etwa innerhalb der bestehenden geförderten Zukunftsvorsorge.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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