AKV: Zahl der eröffneten Firmeninsolvenzen zum Halbjahr stabil

Wien (APA) - Der Alpenländische Kreditorenverband (AKV Europa) hat im ersten Halbjahr heuer 2.737 Firmenpleiten erfasst. Wöchentlich wurden 105 Firmen insolvent. Das ist trotz starkem Wirtschaftswachstums ein Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2017. Die Zahl der eröffneten Firmeninsolvenzen ging aber um 1 Prozent auf 1.514 zurück. Die Passiva stiegen um ein Sechstel auf 1,15 Mrd. Euro.

Die Zahl der gefährdeten Arbeitsplätze stieg um rund 200 auf rund 8.500. Die Zahl der mangels Masse abgewiesenen Firmenpleiten stieg um gut 11 Prozent auf 1.223. Das steigerte die Gesamtzahl der Firmenpleiten gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres. Zwei Drittel der betroffenen Firmen waren nicht protokollierte Einzelunternehmen.

Überproportional sind die Steigerungen im Bereich der eröffneten Privatinsolvenzen, nachdem die Rechtslage Ende 2017 verändert worden war. Es gibt ein Plus von gut 86 Prozent auf 5.544. Auch gegenüber dem ersten Halbjahr 2016 ist das ein Plus von gut 31 Prozent, so der AKV. Die Passiva stiegen von 336 auf 949 Mio. Euro. Die Durchschnittsverschuldung stieg von 113.000 auf 171.000 Euro. Vor allem frühere Unternehmen mit hohem Schuldenstand nutzen die neuen Privatinsolvenzregeln.

Die ersten acht Monate mit den neuen Regeln haben demnach gezeigt, dass der Zahlungsplan weiterhin das primäre Entschuldungsinstrument bleibt. Der Ansturm auf die Privatinsolvenzgerichte wird nach Einschätzung des AKV noch einige Monate andauern. Es dürften im Gesamtjahr mehr als 10.000 Privatkonkursverfahren eröffnet werden - erstmals seit der Einführung 1995.

Indes schlug sich die gute konjunkturelle Lage laut einer Umfrage des weiteren Gläubigerschutzverbandes Creditreform positiv auf die Einstellungsbereitschaft der mittelständischen Betriebe nieder. Der Saldo aus mehr und weniger Personal beträgt derzeit plus 12,6 Prozentpunkte (Vorjahr: minus 5,4 Prozentpunkte) und liegt damit deutlich über dem Ergebnis der Vorjahre, so die Creditreform. Zuletzt hat es 2012 einen positiven Saldo gegeben. In den vergangenen Monaten stellte jeder vierte mittelständische Betrieb (24,6 Prozent; Vorjahr: 14,2 Prozent) neue Mitarbeiter ein. Bei jedem achten Unternehmen (12,0 Prozent; Vorjahr: 19,6 Prozent) verringerte sich im Vergleichszeitraum die Personaldecke.

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