AKH-Korruptionsprozess: Freisprüche für alle drei Angeklagte

Wien - Mit drei Freisprüchen ist am Donnerstag im Wiener Straflandesgericht der Prozess um einen angeblich millionenschweren Vergabeskandal am Wiener Allgemeinen Krankenhaus (AKH) zu Ende gegangen. Von den Vorwürfen, die im Zusammenhang mit der Vergabe von zwei Großaufträgen gegen drei AKH-Beamte erhoben wurden, blieb nach Ansicht des Schöffensenats nichts übrig. Die Freisprüche sind nicht rechtskräftig.

Dem ehemaligen Leiter der EDV-Abteilung und stellvertretenden Verwaltungsdirektor Manfred B. (67) und dem langjährigen Leiter der Abteilung für Sonderprojekte, Werner H. (58), hatte die Anklage Untreue und schweren Betrug angekreidet, Robert H. (45), dem Einkaufsleiter der Wirtschaftsabteilung im AKH, zusätzlich noch schwere Erpressung. Die Angeklagten - Manfred B. ist mittlerweile pensioniert, die anderen beiden wurden infolge der wider sie erhobenen Anschuldigungen vom Dienst suspendiert - hätten 2004 und 2009 bei der Vergabe von Personaldienstleistungen jeweils ihren Wunschkandidaten durchgebracht, obwohl dieser in preislicher Hinsicht jeweils deutlich über einem Mitbieter lag.

Das Gericht kam nach einmonatiger Verhandlung zum Schluss, dass den Angeklagten keine strafbare Handlung zuzurechnen war und schloss sich damit der Argumentation der Verteidiger-Riege um Michael Rami und Ernst Schillhammer an. Die Aufträge seien nach "nachvollziehbaren Kriterien" nicht an den Billigst-, sondern offenbar an den Bestbieter vergeben worden, so der vorsitzende Richter Georg Olschak. 2004, als es um das Leasing von Hilfskräften - Reinigungspersonal, Abteilungshelferinnen und Kanzlei-Bedienstete - ging, hatte die AGO Group (Akademischer Gästedienst in Österreich) den Zuschlag erhalten, obwohl ihr Offert sich um jährlich 2,46 Millionen Euro teurer zu Buche schlug als jenes der Wiener Janus-Gruppe. "Die 356.000 Euro, die Janus geboten hat, erscheinen selbst mir so billig, das Zweifel daran bestehen, dass das einzuhalten ist", bemerkte Olschak. Sein Fazit: "Ein wissentlicher Befugnismissbrauch hat nicht stattgefunden."

Auch 2009 sei keine Täuschungshandlung erfolgt, setzte Olschak fort. Dass mit der Überlassung von Arbeitskräften und dem Erbringen von Managementleistungen wiederum AGO bedacht wurde, war für das Gericht gesetzeskonform. Dass der Drittangeklagte Robert H. den Geschäftsführer der Janus-Gruppe dazu bringen wollte, einen Einspruch gegen die Vergabe zurückzuziehen, wertete der Senat nicht als Nötigung, sondern als "üblichen Umgang im Geschäftsleben". "Wenn ich jeden Geschäftsmann einsperren würde, der einen anderen dazu bringen will, etwas zurückzunehmen, brauche ich in Österreich fünf neue Gefängnisse", bemerkte Olschak.

Staatsanwalt Roman Raich meldete gegen die drei Freisprüche umgehend Nichtigkeitsbeschwerde an.

Hannover (APA/dpa) - Die Netzbetreiber Tennet, Gasunie und Thyssengas wollen die Speicherung von erneuerbaren Energien in Gasnetzen vorantreiben. Zur großindustriellen Nutzung der sogenannten Power-to-Gas-Technologie ("Strom zu Gas") wollen sie daher eine 100 Megawatt (MW) starke Anlage in Ostfriesland bauen, wie eine Tennet-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.
 

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Ökostrom zu Gas - Deutsche Netzbetreiber planen 100-MW-Anlage

Berlin/Hannover (APA/Reuters/dpa-AFX) - Eine Häufung von Groß- und anderen Schäden bei Industriekunden zwingt den Versicherer Talanx zur Senkung seiner Gewinnprognose. Talanx geht für 2018 nun von einem Ergebnis von rund 700 Mio. Euro aus, teilte die Nummer drei unter den deutschen Versicherungskonzernen am Montagabend in Hannover mit. Das wären 150 Millionen weniger als bisher geplant.
 

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Industrie-Großschäden machen Versicherer Talanx zu schaffen

Thun (APA/awp/sda) - Der kriselnde Schweizer Solarzulieferer Meyer Burger unterzieht sich erneut einer Restrukturierung. Das Unternehmen verlagert einen wesentlichen Teil seiner weltweiten Vertriebs- und Servicefunktionen für Standard-Photovoltaik-Lösungen von Europa nach Asien, insbesondere nach China. Dies kostet erneut Stellen.
 

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Schweizer Solarzulieferer verlagert nach Asien, streicht Jobs