AK droht bei weiteren Biogas-Subventionen mit EU-Beschwerde

Wien - Die hohen Biogas-Subventionen treiben die Energiepreise für die Haushalte in die Höhe und sind nichts anderes als Agrarförderungen durch die Hintertür, kritisiert die Arbeiterkammer (AK). Nun würden den Bürgern noch höhere Kosten drohen, inklusive "saftiger Stilllegungsprämien", da sich viele Anlagen nicht rechnen. Sollte es wirklich dazu kommen, will die AK auf EU-Ebene Beschwerde einlegen.

Medienberichten zufolge plant Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP), die Förderungen für Biogasanlagen zu verlängern bzw. Steuergeld zu verwenden, wenn unrentable Anlagen geschlossen werden

"Dabei erhalten Anlagenbetreiber, die aus Biogas Strom erzeugen, bereits seit knapp eineinhalb Jahrzehnten fixe Abnahmepreise. Trotzdem sind die Anlagen nicht wirtschaftlich zu betreiben. Das ist ein Fehlinvestitions-Schutzabkommen, bei dem die privaten Haushalte saftig zur Kasse gebeten werden, anstatt die Förderung wie ursprünglich vorgesehen nach 13 bzw. 15 Jahren auslaufen zu lassen", so AK-Direktor Werner Muhm.

Die Förderung von Biogas sei "reine Klientelpolitik auf Kosten der Allgemeinheit". Demnach stehen 84 Prozent der Biogasanlagen im Besitz von privaten Unternehmen, davon seien die meisten große Landwirtschaftsbetriebe. Muhm erinnert daran, dass für Biogas vielfach Mais, also ein Nahrungsmittel, verarbeitet wird.

Und er rechnet vor: "Die aktuellen Einspeisetarife für Biogasanlagen betragen bis zum Fünffachen des Marktpreises für Strom. Derzeit erhalten die Betreiber von Biogasanlagen jährlich Vergütungen in Höhe von rund 95 Millionen Euro, für eine Menge an Strom, die am Markt nur rund 18 Millionen Euro wert ist."

Fazit von Muhm: "Es reicht! Die KonsumentInnen dürfen jetzt nicht mehr zum Handkuss kommen. Der Ökostromförderbeitrag mit durchschnittlich 120 Euro ist schon jetzt auf einem nicht mehr vertretbaren Allzeithoch."

Er fordert Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) auf, nicht wieder den Landwirten nachzugeben. Und gleichzeitig droht Muhm mit den Gang nach Brüssel. "Die AK wird eine weitere Verschwendung von Fördergeldern nicht akzeptieren und eine Beschwerde bei der EU-Kommission wegen unzulässiger Beihilfen einbringen", so Muhm.

Erst kürzlich hatte die Papierindustrie vor dem "Millionengrab" Biogasanlagen gewarnt. Eine Milliarde Euro fließt per Ökostromgesetz in teilweise marode Stromanlagen. Doch diese erzeugen Energie mit einem Marktwert von nur 300 Mio. Euro, so die Industrie.

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EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro