Airbus stockt Jet-Produktion in China auf

Peking/Paris/Toulouse (APA/dpa) - Airbus stellt künftig mehr Mittelstreckenjets in China her und zeigt damit auf seinem wichtigen Absatzmarkt Flagge. Statt der bisherigen vier Maschinen sollen von Anfang 2019 an monatlich fünf neue Flugzeuge der A320-Reihe das Werk im chinesischen Tianjin verlassen. Ab Anfang 2020 sollen es dann sechs Maschinen pro Monat sein, teilte der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern am Dienstag mit.

Der Chef der Verkehrsflugzeug-Sparte, Fabrice Bregier, war mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zum Staatsbesuch nach China gereist. Zuvor waren in Medien Hoffnungen auf neue Flugzeugaufträge geschürt worden, die aber sich zunächst nicht erfüllten. Macron sprach bei einer Pressekonferenz in Peking mit Blick auf den Luftfahrtsektor allgemein von einer "Bestätigung von Mengen", ging dabei aber nicht ins Detail.

Die A320-Reihe und die modernisierte Version A320neo sind die absatzstärkste Modellfamilie von Airbus. Weltweit will der Hersteller die Produktion der Jets wegen der starken Nachfrage bis Mitte 2019 auf 60 Maschinen pro Monat hochfahren. Der Flugzeugbauer stellt die A320-Flieger in seinen Fabriken in Toulouse, Hamburg, Tianjin und in Mobile in den USA her. Die Chinesen sind in dieser Flugzeugklasse auch mit einem eigenen Jet am Start, dem Modell C919, das im Mai 2017 seinen Erstflug hatte. Bis China auf Augenhöhe mit den Wettbewerbern fliegen kann, ist es nach Ansicht von Luftfahrtexperten aber noch ein weiter Weg.

Im Beisein von Macron und seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping wurde eine Absichtserklärung über eine verstärkte industrielle Zusammenarbeit in Tianjin unterschrieben, wie Airbus mitteilte.

Vor dem Macron-Besuch in Peking hatte es hohe Erwartungen gegeben. Die Tageszeitung "Le Figaro" schrieb unter Berufung auf eine ungenannte Airbus-Quelle, dass es eine Bestellung für 50 bis 100 Flugzeuge geben könnte.

Zuvor hatten Bloomberg und die "Financial Times" berichtet, dass Airbus China auch an der Produktion des weltgrößten Passagierjets A380 beteiligen wolle. Im Gegenzug solle China eine größere Zahl A380 ordern. Der Flieger verkaufte sich in den vergangenen Jahren kaum noch. Bloomberg zitierte am Dienstag einen französischen Politiker aus dem Umfeld des Präsidenten mit der Aussage, der A380-Deal mit China sei noch nicht unterschriftsreif.

Erst im vergangenen Juli hatten Airbus und die China Aviation Supplies Holding Company (CAS) in Berlin einen Rahmenvertrag für die Lieferung von 140 Flugzeugen nach China in den nächsten Jahren abgeschlossen. Dieser Vertrag hat einen Umfang von 22,8 Mrd. Dollar (19 Mrd. Euro). Airbus liefert rund ein Viertel seiner Verkehrsflugzeuge nach China aus.

Im September vergangenen Jahres hatte Airbus hat sein neues Auslieferungszentrum in Tianjin eröffnet. In dem Werk mit der Endmontage der A320 werden seitdem auch A330 lackiert, ausgestattet, getestet und ausgeliefert.

München (APA/Reuters) - Siemens kauft das US-Technologieunternehmen Austemper Design Systems, einen jungen Softwareanbieter für Sicherheitsanwendungen. Mit der Übernahme könne Siemens sein Angebot an Kunden ergänzen, die sich mit autonomem Fahren sowie der Digitalisierung von Produktionsbetrieben und Infrastruktur beschäftigen, teilte das Unternehmen mit. Die Details der Übernahme würden nicht bekannt gegeben.
 

Newsticker

Siemens kauft US-Technologie-Start-up

Washington (APA/AFP/Reuters) - "Baut sie hier!": US-Präsident Donald Trump hat im Handelsstreit mit der EU erneut mit Strafzöllen auf europäische Auto-Importe gedroht. Wenn die Europäische Union nicht "bald" ihre langjährigen Zölle und Barrieren für US-Produkte "niederbricht und beseitigt", würden die USA einen 20-prozentigen Tarif auf alle aus der EU eingeführten Autos verhängen, schrieb Trump am Freitag auf Twitter.
 

Newsticker

Trump droht wieder mit Zöllen auf EU-Autos: "Baut sie hier!"

Brüssel (APA/dpa/Reuters) - Mit Zöllen auf amerikanische Produkte wie Whiskey, Jeans, Motorräder und Erdnussbutter hat die EU im Handelsstreit mit den USA zurückgeschlagen. Die Vergeltungszölle sind in der Nacht zum Freitag in Kraft getreten. Auf europäische Verbraucher dürften bei einigen Produkten Preiserhöhungen zukommen.
 

Newsticker

Zölle auf US-Produkte in Kraft: Einige Produkte dürften teurer werden