Agrokor-Krise - Kroatischer Großkonzern wird zerschlagen

Zagreb (APA) - Der angeschlagene kroatische Nahrungsmittel- und Handelsriese Agrokor soll zerschlagen werden. Geplant ist eine neue Holdinggesellschaft für die gesunden Unternehmensteile und eine Liquidationseinheit Agrokor. Das sieht eine erste Vorlage für einen Vergleich mit Gläubigern vor, die der Konzernsanierer Ante Ramljak laut Medienberichten vorgestellt hat.

Die Pläne für die Sanierung des Großkonzerns, der umgerechnet 5,5 Mrd. Euro Schulden hat, sehen eine Kombination aus Umwandlung der Schulden in Beteiligungen (Debt-Equity-Swap) und Schuldenerlass vor. In den nächsten drei Monaten soll der Inhalt des Gläubigervergleichs festgelegt werden. Dem Zagreber Handelsgericht muss die Vereinbarung spätestens bis 10. April 2018 vorgelegt werden.

In die neue Holding sollen gesunde operative Unternehmensteile und ein tragfähiger Teil der Schulden kommen. Sie soll im Besitz der Agrokor-Gläubiger sein und voraussichtlich auch einen neuen Namen bekommen.

Jene Tochterfirmen, die in der alten Agrokor bleiben, sollen liquidiert bzw. in Konkurs geschickt werden. Der verbleibende Teil der Schulden soll erlassen werden. Wie hoch der Schuldenschnitt sein wird, ist laut Ramljak noch Sache von Verhandlungen.

Agrokor hat rund 5.700 Gläubiger, die insgesamt 7,7 Mrd. Euro Forderungen angemeldet haben. Der Sanierungsvorstand erkannte 5,5 Mrd. Euro an. Zu den 2,2 Mrd. Euro, die bestritten wurden, gehören auch Schulden gegenüber der russischen Sberbank, die schon zuvor Klagen zur Schuldeneintreibung erhoben hat.

Der Großkonzern, der in Kroatien und der Region rund 60.000 Beschäftigte hat, wurde heuer im April unter staatliche Kuratel gestellt. Der Konzernsanierer muss gemäß des Spezialgesetz "Lex Agrokor" spätestens bis Juli 2018 einen Vergleich mit den Gläubigern schließen, um einen Bankrott abzuwenden.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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