Agrana-Chef: Zucker Sorgenkind, Frucht und Stärke aber okay

Wien - Die schwache Preissituation bei Zucker hat sich nach den Worten des Vorstandschefs des börsenotierten Zucker-, Stärke- und Fruchtkonzern Agrana, Johann Marihart, voll auf das Unternehmensergebnis im ersten Quartal 2015/2016 durchgeschlagen. "Zucker ist im Moment halt das Sorgenkind, aber wir setzen hier Maßnahmen um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern", so Marihart im APA-Interview.

Er hob hervor, dass es gerade in der aktuell schwierigen Situation mit Zucker umso wichtiger ist, dass die Agrana mit ihrem Stärke- und ihrem Furchtsegment zwei weitere Standbeine hat. Im europäischen Vergleich stehe man so verhältnismäßig noch gut da, "auch wenn es nicht erfreulich ist, dass das Ergebnis zurückgegangen ist". Auch das Vorjahres-Gesamtergebnis werde wegen der Situation beim Zucker nicht erreicht werden, sagt Marihart. "Frucht und Stärke sind aber okay."

In Europa ist die Rübenanbaufläche im Vorjahresvergleich um 15 Prozent verringert worden. In Österreich ist es ein Minus von 10 Prozent, beim Agrana-Konzern insgesamt ein Rückgang von 5 Prozent. Nicht zuletzt deswegen rechnet Marihart im kommenden Jahr, vielleicht schon ab Herbst, wieder mit einer verbesserten Preissituation, auch wenn weniger Rüben nicht zwangsläufig weniger Zucker bedeuteten - es kommt auch auf den Zuckergehalt der Kulturpflanze an. Zudem wird auch speziell in die "Ausbeute" investiert, man versucht, "mehr Zucker aus der Rübe rauszuholen" - beispielsweise aus Melasse in der noch Zucker vorhanden ist. Auch weitere Nebenprodukte wie eine Aminosäure für Tierfutter wird extrahiert. Auch energetisch versuche man weitere Einsparungen "für bessere Ergebnisse" zu tätigen, so der Agrana-Vorstandschef.

Trotz, oder viel mehr gerade wegen der angespannten Marktsituation sondiert die Agrana Fabriksübernahmen in Zentral- und Südosteuropa, bestätigte Marihart auf Nachfrage. "Jede Marktsituation hat ihre Vor- und Nachteile." Konkreter wollte der Agrana-Chef aber nicht werden.

Im Fruchtsaftbereich ist die Agrana eigentlich vom russischen Importstopp betroffen gewesen - mit Apfelsaftkonzentrat-Lieferungen aus der Ukraine nach Russland. Das kompensiert der Konzern Marihart zufolge, indem er Russland von einem chinesischen Standort aus beliefert. Die ukrainische Produktion gehe in die USA.

"Mit dem Biosprit E10 wird es wohl nix werden", sagte Marihart mit Verweis auf verschiedenste Marktgegebenheiten. Das Werk Pischelsdorf sei trotzdem "gut ausgelastet, wir exportieren halt die Hälfte".

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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