Agentur: Weitere Sanktionen Hauptrisiko für russische Wirtschaft

Wien/Moskau/Kiew (APA/Reuters) - Weitere westliche Sanktionen gegen Moskau stellen laut der russischen Ratingagentur Acra das Hauptrisiko für die russische Wirtschaft dar. Von den bestehenden Sanktionen seien bereits 21 Prozent der russischen Wirtschaft betroffen. Westliche Sanktionen werden die Öl-abhängige Wirtschaft längerfristig belasten und die Einkommen russischer Haushalte dämpfen, so die vom Kreml unterstützte Agentur.

Wegen der Annexion der Krim und der Rolle im ukrainischen Konflikt verhängte der Westen 2014 erstmals Wirtschafts- und Finanzsanktionen gegen Moskau. Russland hat mit Gegensanktionen geantwortet, indem es die Einfuhr einer breiten Palette von Lebensmitteln aus Ländern verboten hat, die gegen Moskau vorgegangen sind. Später wurden die Sanktionen gegen Russland ausgeweitet, was die russische Wirtschaft und den Rubel zusätzlich unter Druck setzte.

"Das Risiko einer Ausweitung der antirussischen Sanktionen bleibt eines der Hauptrisiken, denen sich die russische Wirtschaft in diesem Jahr stellen könnte", so Acra.

Neue von Acra aufgelistete Sanktionen zielten gegen noch mehr Unternehmen, die russischen Staatsschulden oder könnten sogar Russland vom internationalen Swift-Zahlungssystem abkoppeln.

Im Moment würden die internationalen Devisenreserven Russlands, die per Ende Juni bei fast 456 Mrd. US-Dollar (386,8 Mrd. Euro) lagen, die Auslandsschulden vollständig abdecken, die durch weitere Sanktionen verursacht werden könnten.

"Sanktionen sollten nicht als der Schlüsselfaktor bezeichnet werden, der das Wirtschaftswachstum in Russland mittelfristig begrenzt ... Die Auswirkungen der Sanktionen auf die Wachstumsrate könnten sich langfristig sowohl für die Unternehmen als auch für die Wirtschaft im Allgemeinen verstärken", betont Acra.

Die von den westlichen Sanktionen betroffenen russischen Unternehmen stehen für 95 Prozent der Einnahmen des Landes in der Öl- und Gasindustrie. Beschränkungen, die den russischen Öl- und Gasunternehmen im Jahr 2014 auferlegt wurden, werden ihre Ölproduktion auch noch in den 2020er Jahren beeinträchtigen.

Die Sanktionen haben auch die großen staatseigenen Banken Russlands getroffen, auf die 54 Prozent der Bankaktiva entfallen. Aber die Auswirkungen der Sanktionen auf die Finanzkraft von Unternehmen und Banken seien weniger ausgeprägt als die der Wirtschaftspolitik des Landes, so Acra. Moskaus Reaktion auf die Sanktionen, die Beschränkung von Importen, hat die Preise für eine Reihe von Waren in die Höhe getrieben.

"Gegensanktionen haben 2014 bis 2018 zu einem Preisanstieg und einem Rückgang der Einkommen der Haushalte um 2 bis 3 Prozentpunkte geführt", so die russische Ratingagentur.

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