oekostrom AG will für 2014 erstmals Dividende zahlen

Wien (APA) - Die oekostrom AG will ihren Aktionären erstmals in ihrer Geschichte eine Dividende zahlen. Der Hauptversammlung werden 2 Euro je Aktie für 2014 vorgeschlagen. Der Gewinn lag wegen des schwächeren Windjahres unter dem Rekordjahr 2013, die Zahl der Kunden steigt. Mit Crowdfunding will man die Mittel für die Serienreife für eine Mini-Photovoltaik-Anlage für Balkon und Terrasse aufbringen.

Die Kundenzahl stieg im Vorjahr auf mehr als 30.000. Durch die bis Ende Mai laufende Energiekosten-Stopp-Aktion des Verein für Konsumenteninformation (VKI), bei der die oekostrom AG heuer als Bestbieter zum Zug gekommen ist, könnten 10.000 bis 15.000 neue Kunden dazukommen, sagte Vorstandssprecher Horst Ebner zur APA. Aktuell habe man rund 7.500 Neuanträge. Bei der VKI-Aktion sehe man keine Probleme von der Belieferungsseite her. Sie werde auch ökonomisch funktionieren, so Finanzvorstand Lukas Stühlinger unter Verweis auf gute Einkaufskonditionen und gut aufgestellte Systeme. Die VKI-Aktion werde sehr stark IT-basiert abgewickelt.

Längerfristig soll die Kundenzahl bis 2018 auf 70.000 bis 80.000 steigen, so Ebner. Die oekostrom AG wolle dabei organisch wachsen und nicht zukaufen.

Im Geschäftsjahr 2014 stieg der Stromverkauf an Endkunden um 22 Prozent auf 156,6 Gigawattstunden (GWh). Im Stromhandel gab es ein Plus von 48 Prozent auf 251,3 GWh. Insgesamt stiegen die verkauften GWh somit um 37 Prozent auf rund 408 GWh. Erzeugt wurden mit 22 (21) Anlagen 56,3 GWh, um 9,5 Prozent weniger als 2013. Strategie der oekostrom AG ist, rund ein Drittel der an Endkunden verkauften Elektrizität selbst zu erzeugen.

Der Umsatz stieg um 14 Prozent auf 41 Mio. Euro. Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) sank um 15 Prozent auf 1,2 Mio. Euro, das Jahresergebnis um 10 Prozent auf 689.000 Euro. Grund für den Ergebnisrückgang sei das im Vergleich zu 2013 schwächere Windjahr gewesen, bereinigt um diesen Effekt wäre das Jahr 2014 nach dem Rekordjahr 2013 stabil gewesen, so Ebner. Der erstmalig seit der Gründung im Jahr 1999 geplanten Ausschüttung einer Dividende müssen die Aktionäre in der Hauptversammlung am 12. Juni noch zustimmen. Die oekostrom AG hat rund 1.900 Aktionäre, der größte Anteilseigner hält 5,5 Prozent. Gehandelt werden die Aktien auf einer eigenen Plattform. Beschäftigt waren in der oekostrom AG Ende des Vorjahres stabil 32 Mitarbeiter.

Die oekostrom AG sehe sich weiter als "Motor der Energiewende". Über Crowdfunding bei 1000x1000 will man die Mittel für die Serienfertigung einer kleinen mit einer Spitzenleistung von 150 Watt ausgestatteten Photovoltaik-Anlage ("simon") für Balkon und Terrasse aufbringen. "Wir müssen sehen, dass wir die Photovoltaik in die Städte bringen", so Ebner.

Für "simon" - ein rund 140 x 70 cm großes mobiles Mini-Kraftwerk, das an eine Steckdose angesteckt wird - haben die oekostrom-Vorstände keine rechtlichen Bedenken. Wenn keine Rückspeisung ins Netz erfolge, bestehe keine Anschluss- und Meldepflicht an den Netzbetreiber. Man habe ein entsprechendes Gutachten eingeholt. Man informiere den Netzbetreiber ja auch nicht, wenn man einen Toaster anstecke. Bis zur Auslieferung in sechs Monaten würde man sich aber eine klar rechtliche Regelung wünschen. Die oekostrom AG fordert für den Einsatz von Mikro-Photovoltaik in Haushalten nach Schweizer Vorbild eine Bagatellgrenze von 600 Watt.

Der Stromzähler darf sich nicht rückwärts drehen, bei "simon" werde er sich langsamer drehen. Der Kunde müsse dafür sorgen, dass es zu keiner Verfälschung des Messergebnisses durch eine Rückspeisung ins Netz kommt und gegebenenfalls die Anlage ausstecken. Mit der Kapazität von maximal 150 Watt werde dies bei "simon" aber ohnehin kaum nötig sein, denn ein gewisser Stromverbrauch etwa durch Stand-by-Geräte oder einen Kühlschrank sei in praktisch allen Haushalten vorhanden, so die oekostrom AG. Die erzeugte Strommenge könne nicht zu Instabilitäten im Netz führen und nicht zu einem Blackout, versichert Ebner. Die erzeugte Strommenge werde rund 50 bis 60 Euro im Jahr entsprechen. Die Lebensdauer wird mit rund 20 Jahren angegeben.

Über das Crowdfunding-Modell erhalten die ersten 1.000 Interessenten, die eine Vorauszahlung leisten, die Anlage für 499 Euro, dann kostet sie 599 Euro. Kommen die für die Serienfertigung bei einem österreichischen Unternehmen nötigen 1.000 Vorbestellungen nicht zustande, erhalten die Kunden das Geld zurück.

Für Photovoltaik-Anlagen auf Dächern von Mehrfamilienhäusern gibt es laut oekostrom AG derzeit gesetzliche Hürden im Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz (ElWOG) und auch im Mietrecht, die eine Anwendung unmöglich machen. Für die Belieferung von Endkunden mit solchen Photovoltaik-Anlagen müsste das hausinterne Leitungsnetz genutzt werden. Unter welchen Bedingungen ein Leitungsnetz als Kundenanlage zu qualifizieren ist, sei im ElWOG nicht geregelt, betont die oekostrom AG in einem Positionspapier.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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