Abwicklungspläne für deutsche Großbanken bis Jahresende fix

Frankfurt (APA/Reuters) - Alle deutschen Banken sollen nach dem Willen der deutschen Finanzaufsicht BaFin bis spätestens Ende 2020 über einen Plan für eine geordnete Abwicklung im Krisenfall verfügen. Bei großen Häusern wie der Deutschen Bank sei der Zeitrahmen deutlich enger, sagte der für die Abwicklung von Geldhäusern zuständige BaFin-Direktor Thorsten Pötzsch der "Börsen-Zeitung" (Donnerstagausgabe) - bis Ende 2018.

"Ziel ist es, zusammen mit dem Single Resolution Board Ende dieses Jahres für nahezu alle signifikanten Banken einen Abwicklungsplan erstellt zu haben."

Das Single Resolution Board ist die Abwicklungsbehörde der EU in Brüssel. Sie wird von der ehemaligen BaFin-Chefin Elke König geleitet und ist dafür zuständig, Abwicklungspläne für die größten, international bedeutenden Institute zu erstellen und diese dann im Notfall auch anzuwenden. Sie tut dies zusammen mit den jeweiligen nationalen Behörden.

Pötzsch machte deutlich, dass die deutschen Aufseher eine klare Unterscheidung zwischen großen Banken und den vielen kleinen Instituten, vor allem den Genossenschaftsbanken und Sparkassen, machen. Zwar werde von jeder der rund 1.500 Banken ein Abwicklungsplan erwartet, jedoch dürften bei weniger komplexen Geldhäusern bereits einige wenige Daten reichen, die an die BaFin gemeldet werden müssen.

Dies gelte nicht zuletzt für jene Institute, die für das gesamte Finanzsystem selbst in einer Krise nicht gefährlich werden können. "In der Tat können Sie davon ausgehen, dass Pläne für kleine Banken häufig sehr kurz gefasst sind und darstellen, dass eine Abwicklung nicht in Betracht kommt", sagte Pötzsch.

Dass Banken für den Fall ihres Scheiterns überhaupt Pläne mit den Aufsehern abstimmen müssen, ist eine Folge der Finanzkrise, als beispielsweise im Zuge der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers klar wurde, wie rasant sich ein solcher Zusammenbruch auf andere Banken auswirken und wie ein Flächenbrand das gesamte Finanzsystem bedrohen kann. Politik und Aufsicht hatten danach beschlossen, dass alle Institute für den Krisenfall "Testamente" vorhalten müssen.

Washington (APA/dpa-AFX) - In den USA ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend weiter gesunken und auf den tiefsten Stand seit fast 50 Jahren gefallen. Die Anträge gingen um 8.000 auf 207.000 zurück, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. So niedrig war die Zahl der Erstanträge zuletzt im Dezember 1969.
 

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US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf tiefstem Stand seit 1969

Wien/Linz (APA) - Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) hat im Korruptionsprozess rund um die Privatisierung der Bundeswohnungen und den Linzer Terminal Tower erneut sein Handeln verteidigt. Die Vergabe der Bundeswohnungen sei korrekt, transparent und ein Erfolg für die Republik gewesen. Aber bei der ersten Einvernahme sah Grasser noch eine "katastrophale Optik" durch das Provisionsgeschäft bei der Buwog.
 

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Grasser-Prozess - Grasser verteidigt Vergabe, "Optik katastrophal"

Frankfurt/Wolfsburg (APA/Reuters) - Die Kernmarke Volkswagen des VW-Konzerns soll nach dem Willen von Konzernchef Herbert Diess schon vier bis fünf Jahre früher als bisher geplant eine Rendite von sechs Prozent erreichen. Spätestens 2021 wolle Diess die Marke von sechs statt der bisher bis dahin angestrebten vier Prozent Gewinn vom Umsatz schaffen, berichtete das "Manager Magazin" am Donnerstag ohne Angabe von Quellen.
 

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Magazin: VW-Chef will höhere Rendite bei VW früher erreichen