Abgastests-Pressestimmen - "NZZ": Autoindustrie missbraucht Forschung

Berlin/Amsterdam (APA/dpa) - Zu den umstrittenen Schadstofftests deutscher Autobauer heißt es am Dienstag in der "Neuen Zürcher Zeitung":

"Die Autoindustrie scheint nicht an sauberen wissenschaftlichen Daten interessiert gewesen zu sein, sondern hat die Forschung für ihre Marketinginteressen missbraucht. So hat die EUGT für die Versuche in dem beauftragten Institut ein Testfahrzeug bereitgestellt, das aufgrund von technischen Manipulationen besonders wenig Schadstoffe ausstieß. Das ist, als würde man einen Medikamententest ohne Wirkstoff durchführen, um zu beweisen, dass das Mittel keine Nebenwirkungen hat. Das ist wissenschaftlicher Betrug. (...)

Wie die Tabakindustrie hat die Autoindustrie als Sponsor für Forschungsprojekte ihre Unschuld verloren. Wer sich als Wissenschaftler weiter mit solchen Partnern ins Bett legt, muss sich zu Recht kritische Fragen stellen lassen. Aber wer weiß, vielleicht hilft die Diskussion, die Forschungsförderung im Bereich der Umweltschadstoffe auf eine bessere Grundlage zu stellen. Denn die Idee, dass sich die Verursacher von Schadstoffen bei der Erforschung der Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt finanziell beteiligen, ist nicht verkehrt."

Zu den umstrittenen Schadstofftestes deutscher Autobauer heißt es am Dienstag in der Amsterdamer Zeitung "de Volkskrant":

"Dass Untersuchungen mit schädlichem Stickoxid an Menschen durchgeführt worden sind, scheint zu bestätigen, dass Autobauer die Volksgesundheit nicht besonders schätzen. Doch bei der betreffenden Studie scheinen die Grenzen dessen, was als angemessen gelten kann, nicht überschritten worden zu sein. Eine Ethikkommission der Universität Aachen, wo die Experimente durchgeführt wurden, hat das Forschungskonzept geprüft und ihre Zustimmung gegeben. Zudem wurden derartige Untersuchungen regelmäßig durchgeführt: In den 1980er und 1990er Jahren hat auch die US-Umweltbehörde EPA Tests mit menschlichen Versuchspersonen unternommen. Die (staatliche) schwedische Universität in Umeå hat in den 1990er Jahren Versuche mit zwölf gesunden Freiwilligen durchgeführt, die beim Fahrradfahren in einem geschlossenen Raum "gefilterten und ungefilterten" Dieselabgasen ausgesetzt wurden."

Ingolstadt (APA/dpa/AFP) - Im Zuge der Abgasaffäre startet Autobauer Audi ab Mittwoch den ersten von insgesamt acht Rückrufen für Modelle mit V-TDI-Motoren in Deutschland. Das teilte die VW-Tochter am Montag in Ingolstadt mit. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) habe die dafür nötige Freigabe erteilt.
 

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Audi startet Rückruf von Diesel-Autos in Deutschland

Hamburg/Wolfsburg (APA/Reuters) - Volkswagen will beim Umstieg auf die Elektromobilität seine herausgehobene Position in der Autoindustrie behalten. "Wir werden günstiger sein als Tesla und wir haben dann die großen Skaleneffekte", sagte Konzernchef Herbert Diess der Branchenzeitung "Automotive News". Die Plattform sei "bereits für 50 Millionen Elektroautos gebucht, und wir haben Batterien für 50 Millionen Elektroautos beschafft".
 

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Volkswagen-Chef spricht von 50 Millionen Elektroautos

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Wiener Kino-Gruppe Cineplexx expandiert am Balkan