Abgasskandal - Umfrage: Viel Ärger bei Dieselklägern

Wien/Wolfsburg (APA) - Der Frust der vom Dieselabgasskandal betroffenen VW-Kunden ist groß. Nach dem Softwareupdate seien Verschleiß und Spritverbrauch höher, die Leistung aber geringer, berichtete die private Sammelklage-Plattform Cobin Claims unter Berufung auf eine Umfrage unter den angemeldeten Klägern. Cobin-Claims-Geschäftsführer Oliver Jaindl sprach in einem Pressegespräch am Dienstag von einem "Flächenbrand".

Auf die Frage "Der Wagen funktioniert nicht mehr so gut wie vor dem Update?" antworteten 51 Prozent "Er funktioniert nicht mehr ganz so gut wie früher" und 16 Prozent sagten "Ich habe mich sehr geärgert, der Wagen funktioniert viel schlechter als früher". 22 Prozent erklärten "Ich habe keinerlei Probleme - alles wunderbar!". 11 Prozent machten keine Angabe. An der Umfrage machten 453 Sammelaktion-Teilnehmer mit. 6 Prozent erklärten, das Softwareupdate zu verweigern. 30 Prozent mussten wegen des Updates mehr als einmal in die Werkstatt.

Von den 18 Umfrage-Teilnehmern, die ihr Auto verkauft haben, gaben 16 an, einen geringeren Kaufpreis erhalten zu haben. In über der Hälfte der Fälle lag der Kaufpreis sogar mehr als 10 Prozent unter dem Angebotspreis. Der Preisverfall von Dieselautos am Gebrauchtwagenmarkt nach Bekanntwerden des Abgasskandals könnte sich in den nächsten Jahren sogar noch beschleunigen, wie die Anwälte von Cobin Claims erwarten. Ein Fahrverbot in Städten etwa würde den Wertverlust deutlich erhöhen.

Cobin-Claims-Chef Jaindl sieht sich durch die Umfrage-Ergebnisse bestätigt: "Allen Beteuerungen von VW, Audi & Co. zum Trotz: Die Schäden am Abgasskandal sind real, nachhaltig und für Halter betroffener Fahrzeuge unausweichlich."

Bisher haben rund 3.200 Betroffene 3.300 Fahrzeuge bei Cobin Claims angemeldet. Eine Teilnahme an der Sammelaktion gegen Volkswagen ist noch bis zum 15. August möglich. Am 18. September verjähren die Schadenersatzansprüche.

Cobin Claims macht pro Auto einen Schaden von 15 bis 20 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises geltend, das sind ungefähr 5.000 Euro. Nach Abzug des Erfolgshonorars für den Prozessfinanzierer Calunius geht Cobin Claims davon aus, dass pro Fahrzeug mindestens 2.000 Euro für die Kläger übrig bleiben. Bei einer Niederlage vor Gericht entstehen für die Teilnehmer keine Kosten. Eine ähnliche Sammelaktion gibt es vom Verein für Konsumenteninformation (VKI).

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