Ab Mai: Handyanruf im EU-Ausland maximal 6 Cent pro Minute

Die nächste Tarifsenkung für die Mobilfunkindustrie steht mit 1. Mai bevor: Handyanrufe werden deutlich günstiger. Auch Internetsurfen wird aufgrund der neuen EU-Vorgaben billiger. Ist ein Minuten-Paket aufgebraucht oder bei einem Handytarif gilt weiter der Eurotarif. Ab 15. Juni 2017 werden Roaminggebühren in der EU abgeschafft.

Wien. Das Aus für Mobilfunk-Roaminggebühren rückt in der Europäischen Union immer näher. Ab Mai dürfen die Mobilfunker bei Tarifen mit inkludierten Einheiten maximal 6 Cent pro Minute Aufschlag bei aktiven Telefongesprächen innerhalb der EU verlangen und nur mehr 1,4 Cent bei passiven Gesprächen. Der Eurotarif lag bisher bei 22,8 Cent für aktive Telefonate und 6 Cent für passive Gespräche.

Anrufe von Österreich ins EU-Ausland zählen aber nicht als Roaming und kosten je nach Mobilfunker zwischen 19 und 99 Cent pro Minute.

"Inländische Einheiten können auch im Ausland genutzt werden", erklärte der Chef der Telekom-Regulierungsbehörde RTR, Johannes Gungl, am Montag vor Journalisten anlässlich des Tätigkeitsberichts der Schlichtungsstelle. Ohne Umsatzsteuer liegt der Minuten-Aufschlag künftig bei 5 Cent. Der Roaming-Einnahmeausfall für Mobilfunker dürfte sich aufgrund der Wettbewerbssituation nicht in höheren Tarifen niederschlagen, erwartet Gungl.

Ist das im Tarif inkludierte Minutenpaket pro Monat aufgebraucht, z.B. 1.000 Minuten, oder hat man einen Handytarif mit Abrechnung pro Minute, gilt weiter der inländische Preis plus Eurotarif-Aufschlag. Die bisher teuren Roaming-Datentarife werden auch etwas billiger. Ein Megabyte (MB) im EU-Ausland darf ab Anfang Mai nur mehr maximal 6 Cent kosten anstatt bisher 24 Cent. Internetsurfen im europäischen Ausland wird damit für viele Verbraucher leistbar.

Die EU hatte sich im Juli 2015 darauf geeinigt, dass die Telefon-Roaminggebühren am 15. Juni 2017 innerhalb der Europäischen Union auslaufen werden.

Wien/Lissabon (APA) - Noch heuer könnte es auf EU-Ebene eine Grundlage für die Besteuerung digitaler Betriebsstätten - und damit international tätiger Konzerne wie Amazon ohne Sitz in allen Ländern - geben, ist Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) nach seinem Gespräch mit Eurogruppen-Vorsitzenden Mario Centeno zuversichtlich. In dieser Frage sei man auf einer Linie. Die EU-Kommission arbeite an einer Definition.
 

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Löger hofft noch heuer auf EU-Bestimmung zu digitaler Betriebsstätte

Cupertino (Kalifornien) (APA/dpa) - Im französischen Rechtsstreit um Demonstrationen in Läden des US-Technologiekonzerns Apple haben sich Globalisierungsgegner des Netzwerkes Attac nach eigener Einschätzung durchgesetzt. Ein Gericht in Paris wies am Freitag das Ansinnen des US-Konzerns ab, Attac-Mitgliedern unter einer Strafandrohung von 150.000 Euro Aktionen in den französischen Geschäften zu verbieten.
 

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Kein Hausverbot für Globalisierungsgegner in Apple-Läden

Moskau (APA/dpa) - Der russische Milliardär Oleg Deripaska (50) gibt die Führung beim Aluminiumhersteller Rusal und dessen Mutter En+ ab. Hintergrund ist ein Machtkampf um den wichtigen Konzern Norilsk Nickel. Rusal kündigte am Freitag bei der Vorlage des Jahresberichts 2017 an, das Unternehmen wolle mit der Holding Interros des Oligarchen Wladimir Potanin um die Kontrolle über den Nickelproduzenten streiten.
 

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Oligarch Deripaska gibt Führung beim Aluminiumriesen Rusal ab