373 Millionen Euro für Hochwasserschutz in OÖ nach Katastrophe 2013

Linz (APA) - Fünf Jahre nach dem teilweise 300-jährlichen Hochwasser 2013 in Oberösterreich sind bereits rund 373 Millionen Euro in 650 Schutzmaßnahmen geflossen. Absiedlungsprojekte im Eferdinger Becken und in Enns-Enghagen laufen, Gefahrenzonenpläne werden ausgearbeitet, berichtete der zuständige Landesrat Elmar Podgorschek (FPÖ) in einer Pressekonferenz am Dienstag in Linz.

Das an manchen Messstellen 300-jährliche Hochwasser hatte 2013 im Eferdinger Becken zu unerwartet starken Überflutungen geführt. Die Schäden schlugen landesweit mit 230 Millionen Euro zu Buche, was - dank der in den vergangenen Jahren vorgenommenen Schutzmaßnahmen - trotz höherer Pegelstände deutlich weniger war als 2002 (1,2 Milliarden). Der 2013 vorzeitig fertiggestellte Machlanddamm hätte einen Schaden von 500 Millionen Euro verhindert, sagte der Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes, Thomas Kibler.

Das Eferdinger Becken ist derzeit die Hauptbaustelle. 250 Millionen Euro aus Bundesmitteln wurden dafür zugesichert. Acht von neun Gemeinden haben sich dem Projekt angeschlossen, eine sprach sich aufgrund einer Bürgerbefragung dagegen aus. Das Eferdinger Becken sei immer ein Retentionsraum gewesen, stellte Podgorschek klar. "Wir werden die Fehler im Laufe der Jahre wieder korrigieren müssen", sprach er Bauten in Gefahrenzonen an. Er setzt künftig mehr auf passiven Hochwasserschutz mit Überflutungsgebieten denn auf aktiven mit Schutzbauten. So wurde das Eferdinger Becken in ein Absiedlungsgebiet, für das es keinen weiteren aktiven Schutz geben wird, und eines für technische Maßnahmen eingeteilt.

Von 153 Hauseigentümern im Absiedlungsbereich haben 73 - die meisten in Goldwörth und Alkoven - einen freiwilligen Umzug fixiert, sechs zogen dies gar nicht in Betracht. Bisher wurden rund 30 Mio. Euro in Teilbeträgen ausbezahlt. 80 Prozent des Schätzwertes leisten Bund und Land, den Rest trägt der Eigentümer. Am meisten betroffen von der Absiedelung sind Häuser, die in den 1960er- und 1970er-Jahren gebaut wurden, alte Bauernhäuser seien kaum dabei. Die technischen Maßnahmen gehen nun in die Detailplanung, die bis 2022 avisierte Fertigstellung sei laut Podgorschek nicht realistisch.

Podgorschek betonte, dass man mit Fehlern aus der Vergangenheit in der Raumordnung kämpfe, aber große Siedlungen und Betriebe nicht versetzen könnte. Wichtig sei, dass die bis 2020 erstellten Gefahrenzonenpläne für rund 650 Flusskilometer ernst genommen werden. Der Schutz liege in den Händen der Gemeinden, das Land könne bloß anbieten und koordinieren.

Beim Hochwasserschutzprojekt Enns-Enshagen haben 47 von 52 Eigentümern das Angebot zur Absiedlung angenommen, das sind rund 90 Prozent. 29 Mio. Euro wurden dafür ausbezahlt. Bereits abgeschlossen sind die Aistdammsanierung mit 11,4 Mio. Euro und die Sanierung des Hochwasserschutzdammes in Ottensheim an der Donau mit rund einer Mio. Euro. Für das Obere Donautal werden aktuell Schutzmöglichkeiten erarbeitet.

Weitere Maßnahmen sind die Rückhaltebecken Krems-Au im Kremstal (30 Mio. Euro) und Gunzing im Kobernaußerwald (1,77 Mio. Euro) sowie der Hochwasserschutz Gebersdorferbach, der 91 Häuser in den Gemeinden Schlüßlberg und Bad Schallerbach sichern soll (rund 6 Mio. Euro) und einer im Salzkammergut um 1,32 Mio. Euro für rund 500 Bewohner von Hallstatt.

Von Juni 2013 bis Juni 2018 wurden 650 Maßnahmen im Hochwasserschutz und in der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) um rund 373 Mio. Euro durchgeführt, wovon rund 188 Mio. der Bund, 111 Mio. das Land und rund 74 Mio. die Gemeinden trugen. Im Bereich der WLV wurden Projekte für den Rindbach in Ebensee und die Ortschaft Pechgraben in Großraming zum Schutz vor Erdrutschungen begonnen, erklärte Sektionsleiter Wolfgang Gasperl.

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