12-Stunden-Arbeitstag - "Auch Bauern brauchen Zeitfenster"

Wien (APA) - Bei ihren Koalitionsverhandlungen haben sich ÖVP und FPÖ auf die Möglichkeit eines 12-Stunden-Arbeitstages und bis zu 60 Stunden pro Woche in Spitzenzeiten geeinigt. Die Sozialpartner waren mit einem eigenen Vorschlag zur Arbeitszeitflexibilisierung am Gewerkschaftswiderstand gescheitert. Vorteile einer flexibleren Arbeitszeiteinteilung sehen die Bauernvertreter, gerade für Nebenerwerbslandwirte.

In der Landwirtschaft falle nicht immer gleichmäßig viel Arbeit an. Der natürliche Ablauf gebe den Bauern die Arbeit vor. Es nütze nichts, wenn man als Landwirt Freizeit habe und es regne, sagte Landwirtschaftskammer-Präsident Hermann Schultes am Sonntag in der ORF-"Pressestunde". In Erntezeiten hingegen ist es für Bauern wichtig, auf ihren landwirtschaftlichen Betrieben zu arbeiten. Positiv wäre es, die Arbeitszeiten so blocken zu können, dass der Landwirt "zur richtigen Zeit Zeitfenster für sich selber hat", so Schultes. Es müsse ein Wechselspiel sein. Auch das Unternehmen, in dem der Bauer neben seiner Landwirtschaft arbeitet, werde Zeiten haben, in dem es akuten Bedarf anmeldet.

Für den Präsidenten der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, wird mit einer Arbeitszeit bis zu 12 Stunden "das beschlossen, was heute in der Praxis längst der Fall ist. Dass gearbeitet wird, wenn Arbeit anfällt". Die Regierung habe gleichzeitig klar gestellt, dass die Normal-Arbeitszeiten bleiben, dass die Kollektivverträge bleiben und Überstunden weiterhin extra entlohnt werden, so Leitl im "Kurier" (Sonntag).

12-Stunden-Tage sollen die Ausnahme sein, sagte Leitl, und zweitens würden die Überstundenzuschläge so bemessen wie heute. "Es wird keine Einkommenseinbußen geben, das möchte ich klarstellen. Die Mitarbeiter werden nicht weniger verdienen." Einkommenseinbußen werde es nur dann geben, wenn die Beschäftigten durch starre Regelungen gezwungen würden, nicht zu arbeiten. "Unsere Umfragen haben gezeigt, dass zwei Drittel der Menschen in den Betrieben Verständnis dafür haben, dass Aufträge abgearbeitet werden sollen. Es geht ja um ihre Jobs.

Großbetriebe hätten längst mit ihren Betriebsräten ihre Arbeitszeit-Regelungen vereinbart. Zum Handkuss kämen bisher die Kleinen ohne Betriebsräte. Sie würden mit drakonischen Strafen belegt - wenn sie mit Zustimmung der Mitarbeiter die Arbeit erledigten, wann sie anfalle. Es geht nicht darum, mehr und länger zu arbeiten, sondern flexibler. "Man muss endlich die Grauzonen beseitigen und die Anforderungen einer veränderten Arbeitswelt legal erfüllen können", so Leitl in dem Zeitungsinterview.

München (APA/Reuters) - Siemens kauft das US-Technologieunternehmen Austemper Design Systems, einen jungen Softwareanbieter für Sicherheitsanwendungen. Mit der Übernahme könne Siemens sein Angebot an Kunden ergänzen, die sich mit autonomem Fahren sowie der Digitalisierung von Produktionsbetrieben und Infrastruktur beschäftigen, teilte das Unternehmen mit. Die Details der Übernahme würden nicht bekannt gegeben.
 

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Siemens kauft US-Technologie-Start-up

Washington (APA/AFP/Reuters) - "Baut sie hier!": US-Präsident Donald Trump hat im Handelsstreit mit der EU erneut mit Strafzöllen auf europäische Auto-Importe gedroht. Wenn die Europäische Union nicht "bald" ihre langjährigen Zölle und Barrieren für US-Produkte "niederbricht und beseitigt", würden die USA einen 20-prozentigen Tarif auf alle aus der EU eingeführten Autos verhängen, schrieb Trump am Freitag auf Twitter.
 

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Trump droht wieder mit Zöllen auf EU-Autos: "Baut sie hier!"

Brüssel (APA/dpa/Reuters) - Mit Zöllen auf amerikanische Produkte wie Whiskey, Jeans, Motorräder und Erdnussbutter hat die EU im Handelsstreit mit den USA zurückgeschlagen. Die Vergeltungszölle sind in der Nacht zum Freitag in Kraft getreten. Auf europäische Verbraucher dürften bei einigen Produkten Preiserhöhungen zukommen.
 

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Zölle auf US-Produkte in Kraft: Einige Produkte dürften teurer werden