10 Jahre Lehman - Nowotny: Aktuell hohe Aktienbewertungen beobachten

EZB-Rat und OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny hat anlässlich von 10 Jahre Lehman-Pleite an Investoren und Anleger appelliert, die aktuell hohen Aktienbewertungen nicht zu ignorieren. Die Bewertungen in den USA müsse man beobachten, sagte Nowotny "Notenbanken müssen die Stimme der Vernunft sein."

Am 15. September 2008 schockte die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers die Finanzwelt. Bis heute gilt der Lehman-Crash als historischer Einschnitt. Als Folge erlebte die Weltwirtschaft ihre schwerste Rezession in der Nachkriegszeit.

Für Nowotny war der Zusammenbruch von Lehman "nicht ein plötzlicher Tsunami", sondern "eine längere Entwicklung". Es habe damals "der Glaube an voll funktionierende Märkte" vorgeherrscht. "Finanzkrisen haben immer eine strukturelle Ursache. Die Verhaltensweisen der Menschen seien aber auch nicht irrelevant", betonte Nowotny. Lehman wurde damals "aus politischen Gründen nicht gerettet", weil es zuvor schon zu Bankenrettungen gekommen sei.

Der Nationalbank-Gouverneur kritisierte hohe Bonuszahlungen in Banken, die zu sehr riskanten Investmententscheidungen geführt haben. Man dürfe "diesen persönlichen und strukturellen Aspekt nicht unterschätzen". Als Bawag-Chef habe er den Bonus der Banker gestrichen, die mit "alternativen" Investments spekulierten. Es habe dort eine "unglaubliche Arroganz unter dem Schutz des Finanzvorstandes" gegeben. Nowotny übernahm die Bawag in Zeiten der Krise. Die Bawag schlitterte 2006 wegen Kredite an Refco und Karibikgeschäfte in eine existenzielle Krise und musste mit einem Notverkauf an Cerberus gerettet werden.

In Österreich wurde nach der Lehman-Pleite rasch reagiert und ein Bankenpaket in Höhe von maximal 100 Milliarden Euro geschnürt. Laut Nowotny wurden netto nur 8 Milliarden Euro abgerufen. Mit der Bankenrettung sei damals die Gesamtwirtschaft gerettet worden. Nur im Jahr 2009 habe es in Österreich einen BIP-Rückgang von 3,8 Prozent gegeben, seitdem sei es wieder bergauf gegangen.

Frankfurt (APA/dpa) - Kunden des AUA-Mutterkonzerns Lufthansa drohen die ersten Streiks seit Frühjahr vergangenen Jahres. Im Tarifkonflikt um die rund 1.000 Flugbegleiter bei der Billigtochter Eurowings sind die Fronten so verhärtet, dass die Gewerkschaft Verdi Verhandlungen absagt und sich für Streiks rüstet.
 

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Verdi droht mit Streiks bei Eurowings - "Jederzeit denkbar"

Peking (APA/Reuters) - In die Bemühungen um ein Ende des Handelsstreits zwischen China und den USA kommt wieder Bewegung. Die Führung in Peking lieferte US-Regierungskreisen zufolge eine schriftliche Antwort auf die Forderung nach weitreichenden Änderungen in der Handelspolitik.
 

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Wieder Bewegung im Handelsstreit zwischen China und USA

Wien (APA) - Im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) und andere war heute, Donnerstag, am 64. Tag des Verfahrens, wieder die Causa Buwog und Linzer Terminal Tower dran. Für Protokollberichtigungsanträge der Verteidiger zu diesen Themen mussten alle Angeklagten dieser Causa, also auch Grasser, wieder vor Gericht erscheinen.
 

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Grasser-Prozess - Protokolle: Vom "Zahlenhecht" zum "Zahlenknecht"