Zunehmende Strahlung in Fukushima

Die radioaktive Strahlung aus dem japanischen Unglückskraftwerk Fukushima erschwert zunehmend das Krisen-Management der Betreibergesellschaft Tepco. Die Arbeiten zur Instandsetzung der Reaktortechnik im Block 2 des Atomkraftwerks wurden deswegen am Mittwoch unterbrochen. Die Verstrahlung der Umwelt veranlasste die Regierung, den Lieferstopp für Gemüse aus der Präfektur Fukushima auszuweiten.

Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo wurde eine Radioaktivität von 500 Millisievert im Block 2 des AKW pro Stunde gemessen - die natürliche Hintergrundstrahlung liegt je nach Region bei etwa 2 Millisievert pro Jahr. In Block 2 wird befürchtet, dass der innere Reaktorbehälter bei einer Explosion in der vergangenen Woche beschädigt wurde. Techniker wollen dort wie schon im Reaktorblock 3 zunächst die Beleuchtung im Kontrollraum wiederherstellen und Messinstrumente mit Strom versorgen.

Wegen steigender Temperaturen im Block 1 der Anlage wurde dieser Reaktor von außen mit Wasser gekühlt, wie der Sprecher der Atomsicherheitsbehörde (NISA), Hidehiko Nishiyama, auf einer Pressekonferenz mitteilte. Ein ähnlicher Einsatz begann nach seinen Angaben am Reaktorblock 4 - dort ist es das Ziel, das Abklingbecken für abgebrannte Kernbrennstäbe zu kühlen. Bei Block 3 sei am Nachmittag ein Feuerwehreinsatz zur Kühlung der Anlage geplant, sagte Nishiyama.

Die Regierung rät vom Verzehr von Blattgemüse aus der Präfektur Fukushima ab. Das erklärte Ministerpräsident Naoto Kan am Mittwoch. Das japanische Gesundheitsministerium veröffentlichte eine Liste mit elf Gemüsearten, bei denen nach dem Unglück im AKW Fukushima eine teilweise drastisch erhöhte Radioaktivität festgestellt wurde. Darunter sind Spinat, Broccoli, Kohl und das japanische Blattgemüse Komatsuna.

Heftige Erdstöße erschütterten am Mittwoch die Umgebung des AKW Fukushima. In der Anlage seien keine weiteren Schäden entstanden, teilte die Reaktorsicherheitsbehörde NISA mit. Die laufenden Arbeiten seien nicht gestört worden. Der intensivste Erdstoß hatte um 7.12 Uhr Ortszeit (23.12 Uhr MEZ) die Stärke von 6,0.

Nach der Naturkatastrophe vom 11. März wurde bisher der Tod von 9.301 Menschen bestätigt, wie die Polizeiführung am Mittwoch in Tokio nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo mitteilte.

- APA

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