Zentralbanken vereinbaren überraschend Hilfsprogramm für Finanzmärkte

Im Kampf gegen die Schuldenkrise gehen die wichtigsten Notenbanken der Welt überraschend in die Offensive. Wie in den schlimmsten Tagen der Finanzkrise stellen sie den Finanzmärkten in einer koordinierten Aktion mehr Geld zur Verfügung. Damit sollten die Spannungen an den Märkten reduziert und auch die Realwirtschaft unterstützt werden, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Notenbanken.

An den Aktienmärkten löste die Aktion am Mittwoch ein Kursfeuerwerk aus. Vor allem Bankaktien gingen nach Verlusten in den Stunden davor wieder nach oben, auch in Österreich. Erste und Raiffeisen waren gegen 17 Uhr mehr als 6 Prozent im Plus. Der Euro gewann gegenüber dem Dollar deutlich an Wert.

Die gemeinsame Aktion der Notenbanken auf den internationalen Geldmärkten verschafft den zuletzt in Finanznöte geratenen Geschäftsbanken eine Atempause. Mit der Maßnahme werde die Liquidität erhöht, um einen möglichen Engpass zu verhindern, sagte die Helaba-Expertin Claudia Windt. Volkswirtschaftler Klaus Adam von der Universität Mannheim sagte: "Letztlich ist es eine Hilfe für das europäische Bankensystem."

Finanzministerin Fekter begrüßte die konzertierte Aktion. "Der Interbankenmarkt hat ziemlich zähflüssig funktioniert", sagte sie nach dem Treffen der EU-Finanzminister am Mittwoch in Brüssel. Aufgabe der Europäischen Zentralbank sei es, dass der "Währungsfluss" funktioniert. Beim Ankauf von Staatsanleihen müsse über die Frist, den Rahmen und die Größenordnung diskutiert werden und dies dürfe nicht die Währung schwächen, betonte die Finanzministerin.

Zuletzt waren die Banken nur noch mit Mühe an Geld gekommen. Wegen der großen Verunsicherung über den Verlauf der Schuldenkrise verliehen sie untereinander kaum noch etwas. Vor allem US-Dollar wurden für viele europäische Institute knapp, die kein eigenes Einlagengeschäft in den USA hatten.

- APA, Red.

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