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Wirtschaftsminister Kocher besuchte Slum in Kenia

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Kocher machte sich vor Ort ein Bild
©APA/APA/BMAW/ENZO HOLEY
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Bei seiner Delegationsreise nach Ostafrika ist Wirtschaftsminister Martin Kocher auch in die bittere Armut weiter Teile der Bevölkerung eingetaucht. In einem Slum in der kenianischen Hauptstadt Nairobi besichtigte er gemeinsam mit hochrangigen heimischen Wirtschaftsvertretern die ACAKORO Football Academy, ein Sozialprojekt für Slumkinder. "Du hast keine Chance, wenn dir hier niemand hilft - hier kommst du nicht raus", sagte Geschäftsführer Stefan Köglberger zur APA.

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Bei seiner Delegationsreise nach Ostafrika ist Wirtschaftsminister Martin Kocher auch in die bittere Armut weiter Teile der Bevölkerung eingetaucht. In einem Slum in der kenianischen Hauptstadt Nairobi besichtigte er gemeinsam mit hochrangigen heimischen Wirtschaftsvertretern die ACAKORO Football Academy, ein Sozialprojekt für Slumkinder. "Du hast keine Chance, wenn dir hier niemand hilft - hier kommst du nicht raus", sagte Geschäftsführer Stefan Köglberger zur APA.

Sein Vater, der 2018 verstorbene, ehemalige Fußball-Nationalteamspieler und Trainer Helmut Köglberger, gründete das Sozialprojekts 2013 - die Football Academy feiert heuer ihr zehnjähriges Bestehen. "Die Idee war, den Kids in den Slums einen sicheren Hafen zu bauen und durch Fußball eine wirkliche Zukunft mit Chancen geben zu können."

Und das Konzept trägt auch bereits in Österreich sichtbare Früchte. Aus dem Projekt hervorgegangen ist beispielsweise die 20-jährige Fußballerin Sylvia Makungo, die für den FC Wacker Innsbruck spielt. "Dort ist sie der Star - von der Technik her und von der Lunge her", meinte der General Manager des Sozialprojekts, Lukas Mott.

Die Fußballschule im Slum bietet den Angaben zufolge 150 verarmten Kindern eine schulische Ausbildung, medizinische Versorgung, intensives Fußballtraining sowie regelmäßig ein warmes Mittagessen und Kleidung - bis sie 18 Jahre alt sind. "Wir haben dieses Jahr zwei Fokusse: Erstens Englisch als "Priority Language" und zweitens "Digital Literacy", umriss Mott den Lehrplan.

Der Slum, in dem das Sportsozialprojekt läuft, befindet sich im östlichen Teil der kenianischen Hauptstadt und heißt Korogocho. "Das bedeutet Chaos, Durcheinander und Müll", erklärte Köglberger.

Das beschreibt die Armut dort leider treffend: Durch den Slum ziehen sich unendlich lange Straßen mit Schlaglöchern, an denen entlang sich eine aus Baumaterialresten zusammengeschusterte, verdreckte kleine Behausung an die nächste reiht. Davor sitzen Menschen mit leerem Blick und betreiben improvisierte Standln mit diversen Waren sowie Werkstätten, um von irgendetwas leben zu können. In Nairobi lebt über die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner in ärmlichsten Verhältnissen. Prostitution von Mädchen ab 12 Jahren ist üblich.

Unmittelbar hilft das Sozialprojekt naturgemäß nur einer begrenzten Zahl von Kindern. Es schenkt aber den vielen anderen zumindest eine Perspektive und Hoffnung.

"Aktuell konzentrieren wir uns sehr auf die Zukunft", betonte Mott. Denn das Sozialprojekt wird derzeit deutlich ausgeweitet. In Homa Bay, einer Stadt am Victoriasee, in Westkenia, entsteht ein neuer Standort. "Da bauen wir nun ein Fußball-Internat, wo wir selber die Schule betreiben", berichtete Mott. Die Behörden hätten eine rund 110.000 Quadratmeter große Fläche zur Verfügung gestellt.

Der Plan sei, das Internat in Zukunft selbst zu tragen. In der Football Academy in Nairobi sei alles zur Miete und die laufenden Kosten seien "extrem hoch". "Ich hoffe, dass wir im Jänner 2024 starten können", so Mott. In dem ostafrikanischen Land ist da Schulbeginn.

Weiters sind Köglberger und Mott mit der österreichischen Botschaft in Nairobi in Kontakt, um "langfristig eine Kooperation mit Lehrausbildung auf die Beine zu stellen".

Das Projekt "ACAKORO - Football for the Future", das mit insgesamt 19 Beschäftigten - Trainern, Köchen, Lehrern - durchgetragen wird, läuft auf Spendenbasis. Für die Football Academy in Nairobi steht den Angaben zufolge ein Budget 150.000 Euro pro Jahr zur Verfügung, also 1.000 Euro pro Kind.

Das Geld stammt hauptsächlich von Sponsoren aus Österreich, darunter das Land Oberösterreich, das Sportministerium "von Zeit zu Zeit", aber auch die UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNO). Zusätzlich gibt es Events wie die Charity Vernissage im Linzer Kunstmuseum Lentos in Kooperation mit dem Dorotheum sowie jährlich ein Charity Golf Turnier mit früheren Fußballgrößen wie Gustl Starek und der Tormannlegende Friedl Koncilia. "Wir können jede Hilfe brauchen", sagte Köglberger.

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