Wirtschaft im Euroraum bleibt laut EZB auf Kurs

Panik an den Börsen, leere Staatskassen, schwache US-Wirtschaft - die Vorzeichen für die Konjunktur im Euroraum sind schlecht. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht die Wirtschaft im Euroraum in schwierigem Fahrwasser. Nach den jüngsten Daten habe sich das Wirtschaftswachstum nach dem fulminanten Start ins Jahr bereits wieder abgeschwächt, schreibt die EZB in ihrem Monatsbericht.

Trotz der schweren Turbulenzen an den Finanzmärkten, der Zuspitzung der Staatsschuldenkrise und der flauen Konjunktur in den USA werde die Wirtschaft im Euroraum auch in den kommenden Monaten weiter wachsen, allerdings langsamer als zuletzt, glaubt die EZB. Aus Sicht des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) ist der jüngste Absturz den Börsen ohnehin übertrieben. Dramatische Auswirkungen auf die Realwirtschaft seien deshalb unwahrscheinlich, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben im Deutschlandradio Kultur.

Einen breit angelegten Inflationsdruck sehen die Währungshüter derzeit nicht. Im Juli betrug die Inflationsrate im Euroraum 2,5 Prozent nach 2,7 Prozent zuvor. Damit lag sie immer noch deutlich über dem Wert von knapp unter zwei Prozent, bei dem die EZB die Preisstabilität gewahrt sieht. Nach den Prognosen der Notenbank dürfte die Teuerung getrieben von hohen Preisen für Energie und Rohstoffe auch in den kommenden Monaten "deutlich über 2 Prozent liegen".

Auch Europäische Ökonomen erwarten, dass sich das Wachstum der Wirtschaftsleistung (BIP) in der Eurozone abschwächen wird. Bei einer Umfrage der Notenbank hoben die Experten ihre BIP-Prognose für 2011 zwar leicht von 1,7 auf 1,9 Prozent an - dies allerdings nur wegen des unerwartet kräftigen Wachstums zu Jahresbeginn. Für 2012 senkten sie ihre Prognose hingegen.

Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel wird kommenden Dienstag nach Paris reisen, um mit Frankreichs Präsident Sarkozy über die Lage in der Euro-Zone zu beraten. Das gaben die deutsche Regierung und der Elysee-Palast am Donnerstagnachmittag bekannt. Beide würden dabei Vorschläge für eine bessere wirtschaftspolitische Steuerung der Euro-Zone besprechen.

- APA

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