Wikileaks: UN-Botschafter der USA in Wien bedauert "Peinlichkeiten"

Rund 2.100 der mehr als 250.000 US-Depeschen, mit deren Veröffentlichung die Internetplattform Wikileaks am vergangenen Sonntag begonnen hat, haben einen Bezug zu Österreich. Bisher publiziert wurden allerdings nur zwei, beide tragen als Absender das Büro der US-amerikanischen UNO-Vertretung in Wien, UNVIE.

In einem auf der Homepage der UNVIE-Vertretung publizierten Statement sieht sich UNO-Botschafter Glyn Davies zwar außerstande, die Echtheit der bereits veröffentlichten und der kommenden Depeschen ("Cables") zu bestätigen, allerdings bedauere er die Verbreitung vertraulicher Informationen und die damit verbundenen "Peinlichkeiten" und "Unannehmlichkeiten".

Wie schon zuvor das US-Außenministerium in Washington, verurteilte auch UN-Botschafter Davies die "illegale Enthüllung" der als vertraulich bzw. als geheim gekennzeichneten Dokumente. "Diplomaten müssen in der Lage sein, offen mit Kollegen zu diskutieren; und sie müssen sicher sein, dass diese Diskussionen vertraulich bleiben", merkte Davies an.

"US-Diplomaten treffen sich mit Personal internationaler Organisationen, mit Journalisten, technischen Experten und anderen Personen außerhalb der Regierungskreise, die eine Expertise anzubieten haben." Diese Konversationen basierten auf Vertrauen, kommentierte der UN-Botschafter weiter und warnte vor ernsthaften Folgen. "Das kann Risiken für reale Personen bedeuten."

Davies kündigte zudem an, dass die USA Schritte unternommen hätten, dass künftig keine Dokumente mehr den Weg an die Öffentlichkeit finden können. "Wir werden energisch dafür sorgen, dass solche Informationslücken nicht mehr vorkommen."

Den internationalen Organisationen in Wien versicherte der amerikanische UN-Botschafter, dass die USA ihre Partnerschaft zu ihnen weiterhin stärken wolle. "Präsident (Barack) Obama, Außenministerin (Hillary) Clinton und ich bleiben dem Bemühen verpflichtet, vertrauenswürdige Partner zu sein beim Aufbau einer besseren und florierenden Welt."

Außenminister Michael Spindelegger (V) hat in einer ersten Stellungnahme zur Veröffentlichung von zum Teil geheimen Dokumenten der US-Diplomatie auf der Internetplattform Wikileaks zunächst gelassen reagiert. Für die Diplomatie seien die Veröffentlichungen "nicht gerade ein toller Zustand". Manche der Berichte seien eher amüsant, "wenn man sie liest", sagte Spindelegger am Dienstag in einem Interview mit dem TV-Sender "Puls 4".

Nach Angaben von Wikileaks wird in 2.108 der mehr als 250.000 US-Depeschen Österreich erwähnt. Rund 1700 diplomatische Schriftstücke kommen aus Wien, 405 davon sind als "vertraulich" und 107 Depeschen als "geheim" eingestuft. Die Dokumente werden schrittweise veröffentlicht.

- APA

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