WIIW: Inflation in Osteuropa fast überall im zweistelligen Bereich

Ausfall von Agrar-Exporten aus Russland und der Ukraine ein Grund für die hohe Teuerungsraten

WIIW: Inflation in Osteuropa fast überall im zweistelligen Bereich

WIIW: Inflation in Osteuropa fast überall im zweistelligen Bereich

Die Inflation in den Länder Zentral-, Ost und Südosteuropas (CESEE) ist im Mai fast überall in den zweistelligen Bereich geklettert, einzige Ausnahmen war Slowenien. Am rasantesten war der Preisanstieg in der Türkei. Grund für die hohe Teuerungsrate waren unter anderem der Ausfall von Agrar-Exporten aus Russland und der Ukraine. Das knappe Angebot auf den Weltmärkten trieb die Preise in die Höhe, so das Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW).

Wie aus dessen Sommerprognose hervorgeht, sind die negativen Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die 23 untersuchten Länder unterschiedlich stark. Die Volkswirtschaften der elf EU-Länder (Bulgarien, Tschechien, Estland, Kroatien, Ungarn, Litauen, Lettland, Polen, Rumänien, Slowenien und Slowakei) seien vergleichsweise widerstandsfähig und dürften heuer trotz hoher Inflation, Energiekrise, Lieferketten-Probleme und nachlassender Dynamik in der Industrie durchschnittlich um 3,3 Prozent wachsen. Auch für die Westbalkan-Staaten und die Türkei rechnet das WIIW mit Wachstum (2,9 bzw. 2,7 Prozent).

In der Ukraine, Russland, Belarus (Weißrussland) und der Republik Moldau werde die Wirtschaftsleistung hingegen zurück gehen, wobei der Einbruch in der Ukraine besonders tief ausfallen werde. In Russland erwarten die Ökonominnen und Ökonomen ein BIP-Minus von 7 Prozent, in der Frühjahrsprognose hatte das WIIW noch mit minus 9 Prozent gerechnet. Belarus leidet unter den westlichen Sanktionen gegen Russland (minus 4,5 Prozent), und auch die Republik Moldau bekommt die Auswirkungen zu spüren (minus 1 Prozent).

In der Ukraine habe der Krieg inzwischen Schäden im Ausmaß von 60 Prozent des Vorkriegs-BIP an Gebäuden und Infrastruktur verursacht. Obwohl sich die Wirtschaft inzwischen an die neue Realität anpasse, sei die Kapazitätsauslastung weiterhin um 40 Prozent niedriger als vor Kriegsbeginn. "Eines der größten Probleme ist die Blockade der Schwarzmeerhäfen. Sie verhindert den Export eines Großteils des ukrainischen Getreides, was die weltweiten Lebensmittelpreise weiter in die Höhe treiben wird", so WIIW-Ökonomin Olga Pindyuk. Der Status als EU-Beitrittskandidat sei jedoch ein positives Signal.

Die Teuerung in den osteuropäischen EU-Ländern lag durchschnittlich bei 11 Prozent. Die höchste Inflation verzeichnete die Türkei mit 68 Prozent. Besorgniserregend sei, dass auch bei der Kerninflation (ohne Lebensmittel und Energie) ein Anstieg zu beobachten sei. Dieser Umstand könne die Wachstumsaussichten in den kommenden Monaten deutlich beeinträchtigen.

Aufgrund der wirtschaftlichen Verflechtungen mit Osteuropa werde auch Österreich die Auswirkungen des Ukraine-Krieges zunehmend zu spüren bekommen. Die Widerstandsfähigkeit bei wichtigen Handelspartnern wie Tschechien, Ungarn, Polen und der Slowakei werde nachlassen. Die größte Herausforderung bestehe kurzfristig aber in Österreichs hoher Abhängigkeit von russischem Erdgas: "Russland hat Energie bereits als Waffe eingesetzt. Für den kommenden Winter können wir daher nichts ausschließen", so Pindyuk.

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