'Wiener Initiative' Vorbild für Griechenland-Paket

Nach langem Streit zeichnen sich die Konturen eines neuen Rettungsplans für das krisengeschüttelte Griechenland ab. Die Euro-Finanzminister beschlossen in der Nacht, dass private Gläubiger wie Banken und Versicherungen nach dem Vorbild der sogenannten "Wiener Initiative" auf freiwilliger Basis einen Teil der Lasten tragen sollen. Das Paket soll einen Umfang von bis zu 120 Mrd. Euro haben.

Noch nicht entschieden wurde die Freigabe einer von Athen dringend benötigten Kredittranche aus dem laufenden Hilfsprogramm. Diese für Juli geplante Auszahlung macht inklusive eines Anteils des Internationalen Währungsfonds 12 Mrd. Euro aus. Ohne das Geld wäre Griechenland pleite. Am Montag wird weiterverhandelt.

Die Beteiligung von privaten Gläubigern an einem neuen Rettungspaket war bisher in der Eurozone sehr umstritten. Jetzt bewegt sie sich auf einen Kompromiss zu. Als Beispiel soll die sogenannte "Wiener Initiative" dienen. Bei diesem Verfahren könnten Anleger freiwillig neue griechische Staatsanleihen kaufen, wenn alte auslaufen. Mit diesem Verfahren soll verhindert werden, dass Ratingagenturen die Einbeziehung der privaten Gläubiger als einen Zahlungsausfall Griechenlands werten.

In der "Wiener Initiative" haben sich 2009 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise österreichische Banken als Gläubiger osteuropäischer Länder darauf verständigt, Anleihen der Staaten nach Ende der Laufzeit in neue Papiere umzutauschen und damit nicht zu verkaufen. Das Verfahren nennt sich "Rollover" und würde Griechenland faktisch einen Zahlungsaufschub verschaffen. Österreichs Finanzministerin Fekter hatte bereits zuvor auf die Initiative von 2009 für die Balkan-Länder verwiesen: "Ein ähnliches Modell soll auch hier funktionieren."

Der griechische Regierungschef Papandreou trifft noch am Montag in Brüssel mit dem EU-Ratsvorsitzenden Van Rompuy zusammen. Nach Angaben von Diplomaten will Papandreou in Brüssel versprechen, dass er seinen Sparkurs auch nach der Regierungsumbildung und der Ernennung eines neuen Finanzministers fortsetzen will.

- APA

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