Wiener Börse: ATX auf Zweijahrestief bei 1.738,53

Die Wiener Börse hat am Montagnachmittag ihr Minus weiter ausgebaut und ist auf ein neues Zweijahrestief gefallen. Der ATX fiel bis 14.15 Uhr um 58,03 Punkte bzw. 3,23 Prozent auf 1.738,53 Punkte. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -2,50 Prozent, FTSE/London -1,89 Prozent und CAC-40/Paris -2,54 Prozent.

Im Verlauf war der ATX zeitweise bis zu 3,64 Prozent auf 1.731,13 Punkte und damit den tiefsten Verlaufswert seit April 2009 gefallen. In ganz Europa gaben die Börsen vor dem Hintergrund der Schuldenkrisen in Europa und den USA und dem unsicheren Weltkonjunkturausblick deutlich nach.

In Europa schürten die wieder steigenden Anleihenrenditen von Problemländern die Angst vor der Schuldenkrise. Aus den USA brachten zudem Medienberichte über ein erwartetes Scheitern der bis Mittwoch nötigen Einigung auf einen Haushalts-Sanierungsplan weitere Unsicherheit. Wenn sich das überparteiliche Komitee nicht bis Mittwoch einigt, treten automatische Budget-Kürzungen ab 2013 über alle Bereiche hinweg in Kraft.

Die Verluste an der Wiener Börsen zogen sich fast durch den gesamten Markt. Größere Abgaben gab es am Nachmittag in Wienerberger (minus 5,85 Prozent), Strabag (minus 4,93 Prozent), Verbund (minus 4,52 Prozent), voestalpine (minus 4,18 Prozent) und Andritz (minus 2,45 Prozent).

Banken unter Druck

Besonders kräftig unter die Räder kamen einmal mehr die Bankwerte Erste Group (minus 5,98 Prozent auf 12,27 Euro) und Raiffeisen (minus 4,98 Prozent auf 15,47 Euro). Beide Aktien fielen damit auf Mehrjahrestiefs.

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) und die Finanzmarktaufsicht (FMA) haben am Montag ein Paket "zur Stärkung der Nachhaltigkeit der Geschäftsmodelle" österreichischer Banken in Ost-und Südosteuropa vorgelegt. Es besteht im Wesentlichen aus verschärften Eigenkapitalanforderungen und Vorschriften, welche die lokale Refinanzierung der CEE-Banktöchter erhöhen soll. Die konkreten Auswirkungen auf die Banken sind noch nicht klar, sagte ein Aktienanalyst in einer ersten Reaktion. Generell sei das vorgestellte Paket aber nicht überraschend gekommen.

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX zur Eröffnung bei 1.801,26 Punkten, das Tagestief lag gegen 14.30 Uhr bei 1.731,13 Punkten. Der ATX Prime notierte mit einem Minus von 3,11 Prozent bei 864,96 Zählern. Um 14.15 Uhr notierten im prime market vier Titel mit höheren Kursen, 35 mit tieferen und keiner unverändert. In einer Aktie kam es bisher zu keiner Kursbildung.

Bis dato wurden im prime market 4.600.908 (Vortag: 3.047.067) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 100,225 (77,42) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 625.795 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 15,86 Mio. Euro entspricht.

- APA Red.

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