Wiener Beamte: Gesund und in Frühpension

Die betroffenen Personen seien allerdings völlig gesund, berichtete die Volkspartei in einer Aussendung. Dies sei erfreulich für die Beamten, aber gleichzeitig Ausdruck einer falschen Personalpolitik, befand VP-Gemeinderat Wolfgang Ulm. Die Stadt Wien bestätigte die Pensionierungen, versicherte aber gleichzeitig, dass es sich um sehr seltene Fälle handle.

In der gemeinderätlichen Personalkommission wurden sechs Beamtinnen bzw. Beamte der Stadt heute aus organisatorischen Gründen vorzeitig in den Ruhestand versetzt. Sprich: Aufgrund von Umstrukturierungen wird es diese Posten so nicht mehr geben. Laut Ulm handelt sich bei den Genannten unter anderem um Techniker, einen Portier oder einen Oberamtsrat. Die beiden jüngsten sind 55 Jahre alt. Das durchschnittliche Antrittsalter lag bei 56,6 Jahren.

Die ÖVP, so betonte Ulm, habe gegen diese Versetzungen gestimmt: "Es kann nicht sein, dass sich im 65.000 Personen starken Mitarbeiterstab der Gemeinde Wien kein Arbeitsplatz für diese Bediensteten findet. Die Wiener ÖVP forderte bereits mehrfach die Abschaffung dieser Bestimmung, für die es keinen Platz mehr geben sollte." Es sei "mehr als befremdlich", dass die Stadt Mitarbeiter, die nicht krank seien, im besten Alter einfach in den Ruhestand versetze.

Mitarbeiter der Stadtwerke

Laut einer Sprecherin der zuständigen Stadträtin Sandra Frauenberger handelt es sich bei den Betroffenen um Mitarbeiter der Wiener Stadtwerke. Diese könnten - aufgrund der geltenden Bestimmungen für Beamte - ohne Einwilligung nicht so einfach anderen Dienststellen im Magistrat zugeteilt werden. Auch bei Umschulungen müsse geprüft werden, ob diese zumutbar seien.

Somit ergebe sich, dass bei organisatorischen Änderung mitunter eine Versetzung in den Ruhestand vorzunehmen sei. Das geschehe ab einem Alter von 55 Jahren. "Es wird aber sehr genau geprüft, ob die Leute woanders eingesetzt werden können", beteuerte die Sprecherin jedoch.

In Wien ist zuletzt eine Debatte um die Ruhestandsversetzungen entbrannt. Denn im Rathaus lag das durchschnittliche Pensionsantrittsalter in den vergangenen drei Jahren bei 57,1 Jahren. Was sich ändern soll: Bürgermeister Michael Häupl kündigte vor kurzem an, dass das durchschnittliche Pensionsantrittsalter auf 60 Jahre angehoben werden soll.

APA

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