Trend Logo

Weiterer Streik bei Lufthansa geplant

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
4 min
Am Dienstag wird der "Kranich" großteils am Boden bleiben
©APA/APA/dpa/Boris Roessler
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
Mehr als 100.000 Kunden der Lufthansa müssen sich am Dienstag und Mittwoch erneut auf Flugausfälle und Verzögerungen einstellen. Die Gewerkschaft Verdi ruft in der laufenden Tarifrunde das Bodenpersonal abermals zum Streik auf. Die Beschäftigten sollen von Dienstag ab 04.00 Uhr bis Mittwoch um 07.10 Uhr die Arbeit niederlegen, teilte die Gewerkschaft am Sonntag mit. Betroffen sind die Flughäfen in Frankfurt, München, Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln-Bonn und Stuttgart.

von

Mehr als 100.000 Kunden der Lufthansa müssen sich am Dienstag und Mittwoch erneut auf Flugausfälle und Verzögerungen einstellen. Die Gewerkschaft Verdi ruft in der laufenden Tarifrunde das Bodenpersonal abermals zum Streik auf. Die Beschäftigten sollen von Dienstag ab 04.00 Uhr bis Mittwoch um 07.10 Uhr die Arbeit niederlegen, teilte die Gewerkschaft am Sonntag mit. Betroffen sind die Flughäfen in Frankfurt, München, Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln-Bonn und Stuttgart.

Grund für die Arbeitsniederlegung: Verdi-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky bezeichnete das aktuelle Angebot der Lufthansa als "krass unsozial".

Die Lufthansa arbeitet nach eigenen Angaben an einem Sonderflugplan. Es seien aber erneut "über 100.000 Fluggäste betroffen", erklärte die Airline. "Das ist nicht der Weg, um unserer gemeinsamen Verantwortung für unsere Mitarbeitenden, für unsere Gäste, für eine starke und verlässliche Lufthansa nachzukommen", erklärte Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann. "Unser Ziel bleibt eine schnelle Einigung, und das geht nur am Verhandlungstisch."

Am Mittwoch sollen die Tarifverhandlungen fortgesetzt werden. Die Lufthansa hatte vergangene Woche ein neues Angebot vorgelegt. Es sieht laut Airline mindestens rund 10 Prozent Gehaltserhöhung binnen zwölf Monaten und eine "zeitnahe Zahlung" von steuerfreien Inflationsausgleichsprämien von 3.000 Euro in Summe vor. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll 25 Monate betragen. Verdi fordert für die 25.000 Lufthansa-Beschäftigten am Boden 12,5 Prozent mehr Gehalt und mindestens 500 Euro monatlich bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Zudem fordert Verdi eine Prämie zum Inflationsausgleich von 3.000 Euro. "Die Bodenbeschäftigten fühlen sich einmal mehr vor den Kopf gestoßen", erklärte Reschinsky zum aktuellen Lufthansa-Angebot.

An den Flughäfen Frankfurt, München, Berlin und Hamburg sind während des Warnstreiks Kundgebungen geplant, wie Verdi weiter mitteilte. Ein 27-stündiger Ausstand hatte Anfang Februar den Flugbetrieb an den Lufthansa-Drehkreuzen Frankfurt und München weitgehend lahmgelegt. Rund 900 von 1.000 geplanten Flügen wurden gestrichen, wovon laut Lufthansa etwa 100.000 Passagiere betroffen waren.

Unterdessen läuft noch bis Montagabend ein dreitägiger Streik der Pilotinnen und Piloten beim Lufthansa-Ferienflieger Discover Airlines, zu dem die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) aufgerufen hat. Bei der von Frankfurt und München startenden Airline fallen am Sonntag nach Angaben des Unternehmens acht von 19 Flügen aus. Die Passagiere werden auf Flüge anderer Lufthansa-Airlines umgebucht. Am Samstag konnte ein Drittel der Discover-Flüge nicht abheben wie geplant. Die VC will damit bei der noch jungen Airline, die bei einer Flotte von 24 Flugzeugen rund 400 Cockpit-Beschäftigte hat, den erstmaligen Abschluss von Tarifverträgen durchsetzen.

Die Airline schloss kürzlich mit dem Betriebsrat einen Vertrag ab, welcher der VC zufolge dem fast abschlussfähigen Vergütungstarifvertrag entspricht. Die Gewerkschaft dringt aber auf ein Tarifwerk, für das im Unterschied zur Betriebsvereinbarung gestreikt werden kann. Die Airline erklärte sich zu weiteren Tarifgesprächen bereit. Die VC rief Cockpit-Personal der Konzernmutter Lufthansa zum Solidaritätsstreik für die Discover-Beschäftigten am Montagvormittag auf. Davon sind vier Langstreckenflüge mit der Boeing 787 betroffen.

FRANKFURT/MAIN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/Boris Roessler

Über die Autoren

Logo
Abo ab €16,81 pro Monat
Ähnliche Artikel
Tesla-Chef Elon Musk kündigt Stellenabbau in interner Mitteilung an
Nachrichtenfeed
Tesla streicht weltweit mehr als jeden zehnten Arbeitsplatz
Zinssenkung im Juni laut Notenbank-Chef sehr wahrscheinlich
Nachrichtenfeed
Villeroy (EZB) zuversichtlich im Kampf gegen Inflation
AUA-Passagiere vorerst in Tel Aviv gestrandet
Nachrichtenfeed
Iranischer Angriff auf Israel: AUA streicht mehrere Flüge
Fragen der Umweltschädlichkeit von Kryptowährungen tun sich auf
Nachrichtenfeed
90,93 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr von Bitcoin verursacht
Bulgarin tritt oft energisch auf
Nachrichtenfeed
Georgiewa bleibt an IWF-Spitze
Nachrichtenfeed
EZB - Chancen auf baldige Zinssenkung steigen
Reform soll Strompreise stabiler machen
Nachrichtenfeed
EU-Parlament segnet Reform des EU-Strommarkts ab
Laut US-Finanzministerin Janet Yellen weiterer Austausch vereinbart
Nachrichtenfeed
Positive Handelsgespräche zwischen Peking und Washington
Mehrere technische Pannen bringen Boeing unter Druck
Nachrichtenfeed
US-Luftfahrtbehörde prüft erneut Panne bei Boeing
KI kostet Jobs, besagt neue Studie aus der Schweiz
Technologie
KI dürfte Jobs kosten, schafft aber auch neue
Blick auf ChatGPT-Homepage
Technologie
Immer mehr Firmen nutzen ChatGPT
Bei der Boeing 737 von Alaska Airlines brach ein Rumpfteil heraus
Nachrichtenfeed
737-Probleme - Boeing zahlte Airline 160 Millionen Dollar