Warren Buffett: Die Liste seiner größten Fehlinvestments

In jedem dieser Fälle entstand für die Berkshire-Aktionäre ein Schaden oder ein entgangenen Gewinn von mindestens 1 Milliarde Dollar. Und Buffett entschuldigte sich in jedem dieser Fälle für seine Fehltritte.

"Ein Freund fragte mich einst: Wenn Du so reich bist, warum bist Du dann nicht klug?", schrieb Buffett in seinem Aktionärsbrief zum Geschäftsbericht 1996. Der Milliardär, der damals eine Wette auf USAir erläuterte, schrieb: “Man könnte zu dem Schluss kommen, dass die Frage nicht ungerechtfertigt war”.

Buffetts Selbstkritik ist Teil seines Führungsstils und half ihm, einen Konzern mit 270.000 Mitarbeitern aufzubauen und mehr als 20.000 Menschen zu seinen Reden zu locken.

“Er schreckt nicht davor zurück, auf diese Art von Dingen hinzuweisen - und es ist nicht nur für die Aktionäre”, sagte James Armstrong, Chef des Berkshire-Investors Henry H. Armstrong Associates. “Es ist auch für die Mitarbeiter und die Manager von Berkshire. Es sendet die Botschaft: Gebt eure Fehler zu und tut nicht so, als wären sie nie passiert.”

Buffet ist es gelungen, mit Aktieninvestments wie Coca-Cola Co. oder mit Übernahmen wie etwa dem Kauf des US-Versicherers Geico Corp. den Aktienkurs von Berkshire in den vergangenen 24 Jahren um etwa das 38-fache ansteigen zu lassen. Dabei verdiente er so viel Geld, dass der heute 81-Jährige zum drittreichsten Mann der Welt aufstieg.

Hier sind einige der Fehltritte aus den vergangenen Jahren, so, wie Buffett sie sieht:

ConocoPhillips: Buffett übernahm die Verantwortung für Verluste, als eine Wette auf den Ölkonzern ConocoPhillip zu Abschreibungen von mehr als 3 Milliarden Dollar im Jahr 2009 beitrug.

NBC-TV-Station: Buffett beschuldigte sich selbst für ein Jahrzehnt entgangener Gewinne, weil er sich einst geweigert hatte, 35 Mill. Dollar für einen NBC-Sender in Dallas-Fort Worth zu zahlen.

Dexter: Buffett gab 2008 zu, dass die Kosten für den Kauf des Schuhherstellers Dexter im Jahre 1993 auf 3,5 Mrd. Dollar angeschwollen sind - weil er den Kaufpreis von 433 Mill. Dollar nicht in bar beglich, sondern mit Berkshire-Akien.

Und selbst bei gewinnbringenden Investment spart Buffett nicht mit Selbstkritik, etwa mit Blick auf Coco-Cola. Hier wirft er sich vor, dass er nicht früher in den Konzern aus Atlanta eingestiegen ist.

“Ich glaube, ich trank meine erste Coca-Cola entweder in
1935 oder 1936”, sagte Buffett 1990. “Ich vermied er, auch nur eine einzige Aktien zu kaufen. Stattdessen habe ich einen Großteil meines Vermögens in Unternehmen wie Straßenbahn- Gesellschaften und Windmühlen-Hersteller gesteckt.”

Bis Ende 1989 investierte Buffett schließlich 1 Mrd. Dollar in Coca-Cola, und 1994 kamen erneut fast 300 Mill. Dollar hinzu.
Inzwischen ist Berkshire der größte Anteilseigner von Coca-Cola.
Die Beteiligung der Buffett-Holding kommt heute auf einen Wert von fast 14 Mrd. Dollar.

Trotz all seiner Erfolge erklärte Buffett im Jahr 1999, seine Aktientransaktionen seien so schlecht gewesen, dass es für die Aktionäre seines Unternehmens besser gewesen sei, wenn er zu den Börsenhandelszeiten einfach ins Kino gegangen wäre. Seine Äußerungen bezogen sich auf den Verkauf von Aktien an McDonald’s Corp. und an anderen Unternehmen.

“Es ist ein demütiges Geschäft”, sagte David Rolfe. Er ist Investment-Chef bei Wedgewood Partners, einem Aktionär von Berkshire. Buffetts Selbstkritik “hat sich für ihn über die Jahre bezahlt gemacht.”

Bloomberg/hahn

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