Wall Street schaut gebannt auf Wahlen in Frankreich und Griechenland

Die Griechen wählen heute ein neues Parlament, und in Frankreich geht die Präsidentschaftswahl in die zweite und entscheidende Runde. Die Händler interessiert vor allem, wie es mit der Haushaltspolitik in den beiden Ländern weitergeht.

Ein strenger Sparkurs wird überwiegend als positiv für die Aktienmärkte gesehen, da die Angst vor einem erneuten Aufflammen der Schuldenkrise noch immer groß ist. Allerdings werden in ganz Europa Stimmen lauter, die die Sparvorgaben zugunsten von Wachstumsanreizen aufweichen wollen.

"Es gibt das Potenzial für Instabilität und Unsicherheit in Europa", sagte John Praveen von Prudential International Investment Advisors. Derzeit würden die Märkte vom Schlimmsten ausgehen. In Frankreich liegt der sozialistische Kandidat Francois Hollande in den Umfragen vor Amtsinhaber Nicolas Sarkozy. Hollande hatte sich im Vorfeld kritisch über die vor allem von Deutschland vorangetriebene Sparpolitik geäußert. Sollte er nach einem Wahlsieg einen versöhnlicheren Ton anschlagen, könnte dies Praveen zufolge den Märkten aber Auftrieb geben.

Spannend dürfte auch die Wahl in Griechenland sein. Es wird damit gerechnet, dass die Griechen den beiden großen Parteien Neue Demokratie (ND) und Pasok die Quittung für ihren rigiden Sparkurs geben werden. Profiteure der Wahl werden wohl zahlreiche kleinere Parteien sein, die teilweise radikale Positionen vertreten. Zuletzt hatte in den Umfragen die konservative ND unter Antonis Samaras mit gut 20 Prozent die Nase vorn, weil die Sozialisten unter dem ehemaligen Finanzminister Evangelos Venizelos noch stärker an Popularität eingebüßt haben.

Zuletzt hatten das Ausklingen der Berichtssaison und unerwartet schlecht US-Arbeitsmarktdaten für Katerstimmung an der Wall Street gesorgt und der US-Börse die bislang schlechteste Woche des Jahres beschert. In der kommenden Woche richten die Anleger ihre Aufmerksamkeit vor allem auf den von Reuters und der Universität Michigan ermittelten Index des US-Verbrauchervertrauens am Freitag.

Zum Ende der Berichtssaison stellen noch ein paar große Namen ihre Zahlen vor: Der Unterhaltungskonzern Walt Disney und Netzwerkausrüster Cisco Systems präsentieren am Dienstag beziehungsweise Mittwoch ihre Bilanzen. Ebenfalls für Mittwoch werden die Zahlen der Kaufhauskette Macy's erwartet, von denen sich Händler Hinweise auf die Stimmung der US-Konsumenten erhoffen.

Reuters

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