Vorschau: DAX steuert auf 7000 Punkte zu

Da sich die Aussichten für die Weltwirtschaft laufend verbessern, habe der DAX gute Chancen, in der nächsten Handelswoche erstmals seit August 2011 wieder die psychologisch wichtige Marke von 7000 Punkten nachhaltig zu überspringen.

"Wenn wir diese Hürde überspringen, ist der Weg frei bis 7200 Punkte", sagt ein Börsianer. Ein erneutes Hochkochen der Schuldenkrise oder ein weiterer Anstieg des Ölpreises könnte Investoren allerdings einen Strich durch die Rechnung machen.

In der alten Woche legte der DAX rund ein Prozent zu. Damit hat der Leitindex seit Mitte Dezember, als die EZB den europäischen Geldhäusern Kredite im Rahmen eines sogenannten Langfrist-Tenders erstmals Kredite mit einer Laufzeit von drei Jahren zum Mini-Zins von einem Prozent gewährt hatte, nur eine einzige Handelswoche mit einem Minus beendet.

Risikofaktor Ölpreis

Die positive Grundstimmung kann Börsianern zufolge schnell kippen, wenn eine Eskalation der Spannungen mit Iran die Furcht vor einer Öl-Knappheit schürt. "Der Ölpreis ist derzeit etwa zehn bis 15 Dollar höher, als es durch Angebot und Nachfrage gerechtfertigt wäre", rechnet Aktienstratege Matthias Thiel von MM Warburg vor. Ein weiterer Anstieg der Rohstoff-Preise mit entsprechenden negativen Auswirkungen auf den Aktienmarkt seien aber nicht auszuschließen.

Die Schuldenkrise könnte die Anleger gegen Ende der Woche einholen. Bis zum Donnerstag müssen sich die privaten Anleihe-Gläubiger Griechenlands entscheiden, ob sie sich an der Umschuldung beteiligen und ihre Papiere in neue, geringer verzinste Titel mit einer längeren Laufzeit eintauschen. Tags darauf will sich die Euro-Gruppe mit diesem Thema beschäftigten. Das offizielle Ergebnis soll am darauffolgenden Montag bekanntgegeben werden.

"Wir gehen davon aus, dass die angestrebte Beteiligungsquote von 90 nicht erreicht wird", betont MM Warburg-Experte Thiel. In diesem Fall drohen Investoren Zwangsabschläge. Dies könnte vom internationalen Derivate Verband ISDA als "Kredit-Ereignis" gewertet werden. Dann würden die Kreditausfall-Versicherungen (Credit Default Swaps, CDS) fällig, wodurch nach Einschätzung einiger Experten Turbulenzen wie nach der Lehman-Pleite 2008 ausgelöst werden könnten.

US-Arbeitsmarkt im Fokus

Bei den Konjunkturdaten steht das Highlight am Freitag auf dem Terminplan. Dann sollen die US-Beschäftigtenzahlen für Februar veröffentlicht werden. Von Reuters befragte Analysten rechnen im Schnitt mit dem Aufbau von 200.000 Stellen, nach einem Plus von 243.000 im Vormonat. Erste Hinweise auf die offiziellen Zahlen liefern wie üblich die zwei Tage zuvor vorgelegten Daten der privaten Arbeitsagentur ADP. Hier sagen Experten eine Beschleunigung des Stellenaufbaus auf 210.000 von 170.000 voraus.

Bilanzsaison läuft aus

In der neuen Woche wollen einige Dax-Unternehmen ihre Zahlen vorlegen. Hierzu gehören der Versorger RWE (Dienstag), die Deutsche Post und der Autobauer BMW (jeweils Donnerstag).

Daneben berät der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse am Montag über die Zusammensetzung von Dax & Co. Im MDax gelten Heidelberger Druck und Gagfah als abstiegsgefährdet. Der größte Wackelkandidat im TecDax ist Analysten zufolge Q-Cells.

EZB dürfte Leitzins stabil halten

Von der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) erwarten Investoren keine Überraschungen. "Aufgrund der nach wie vor hohen Unsicherheit dürfte sich der EZB-Rat zwar die Tür für weitere Schritte offen halten", sagt Commerzbank-Volkswirt Michael Schubert. Hinweise auf eine baldige Zinssenkung oder zusätzliche Liquiditätsspritzen seien aber nicht zu erwarten.

Reuters

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