Voest macht Standort in Duisburg dicht – 205 Millionen Euro Rückstellung

"Wir bedauern es sehr, diesen Schritt gehen zu müssen", sagte voestalpine-Vorstand Franz Kainersdorfer am Dienstagabend in einer Aussendung. Dass die Produktion von Schienen am Standort Duisburg-Bruckhausen nicht rentabel sei, liege vor allem am Marktumfeld.

Die Produktion soll "frühestens Ende 2012" gestoppt werden. Die voestalpine wird sich damit aus dem Segment der Standard-Schienen-Produktion zurückzuziehen. "Alle bestehenden Kundenaufträge werden wie vertraglich vereinbart ausgeführt", hieß es in der Mitteilung.

Der Linzer Stahlkonzern hat nun Millionen für die Standort-Schließung und für Vorsorgen "für allfällige Risiken im Zusammenhang mit dem Schienen-Kartellverfahren in Deutschland" rückgestellt. "Die 205 Mio. Euro sind in erster Linie Rückstellungen für den geschätzten Schadenersatz an Bahnunternehmen und die ungefähren Kosten für die geplante Werkschließung in Deutschland", sagte voestalpine-Sprecher Peter Felsbach zur APA. Die Rückstellungen hätten nichts mit einer allfälligen Kartellstrafe zu tun. "Das muss man getrennt sehen. Es handelt sich um ein laufendes Verfahren", betonte Felsbach.

Das Verfahren gegen die voestalpine hatte das deutsche Kartellamt im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 eingeleitet, es folgten zahlreiche Razzien an diversen Firmenstandorten. Der Deutschen Bahn sollen durch die Preisabsprachen Schäden in Millionenhöhe entstanden sein. Die Kartellmitglieder ("Schienenfreunde") hatten dem Vorwurf zufolge mindestens seit Mitte der 1990er Jahre Preise und Mengen auf dem deutschen Schienenmarkt abgesprochen; das Kartell wurde erst durch Ermittlungen des deutschen Bundeskartellamts im vergangenen Mai zerschlagen. Der Linzer Stahlkonzern rechnet aber "unverändert" im Schienenkartellverfahren mit dem Kronzeugenstatus, erklärte voestalpine-Sprecher Felsbach.

APA

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