Verbund: Steigende Umsätze, sinkende Gewinne

Der Verbund hat 2011 seinen Umsatz um 16,9 Prozent auf 3,865 Milliarden Euro gesteigert und damit die Erwartungen der von der APA befragten Analysten übertroffen, die im Schnitt mit einem Umsatz von 3,614 Milliarden gerechnet hatten. Allerdings ging das Konzernergebnis um 12 Prozent auf 352,6 Millionen Euro zurück und blieb damit unter der Konsensusschätzung der drei Institute RCB, Erste und Berenberg Bank. Das operative Ergebnis stieg um 20,9 Prozent auf eine Milliarde Euro, wie der Verbund am Mittwoch mitteilte.

Dass trotz der gestiegenen Erlöse und des um ein Fünftel verbesserten operativen Ergebnisses unterm Strich weniger blieb als im Vorjahr, liege an Fremdwährungs- und Bewertungseffekten, heißt es dazu erläuternd. Der operative Cash-Flow stieg um 6,6 Prozent, der Free Cash-Flow war erstmals seit 2007 wieder positiv. Die Nettoverschuldung wurde von 96,8 Prozent auf 81,9 Prozent gesenkt.

Der Erzeugungskoeffizient, die Maßzahl für die Erzeugung aus Lauf-und Laufschwellkraftwerken, lag 2011 mit einem Wert von 0,89 um 11 Prozent unter dem langjährigen Mittel und um 10 Prozentpunkte unter dem bereits niedrigen Vorjahreswert. Die für das Geschäftsjahr 2011 maßgeblichen Strompreise (im Jahr 2010 gehandelte Forward-Kontrakte "Year Base 2011") lagen mit durchschnittlich 49,9 Euro/MWh um 1,4 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Positiv schlug sich im operativen Ergebnis die Rücknahme einer Wertberichtigung nieder. Die geänderten energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen hätten im 3. Quartal 2011 zur Neubewertung einiger Verbund-Kraftwerke geführt, die sich saldiert mit einer Wertaufholung von 202,2 Mio. Euro niedergeschlagen hätten, heißt es in der Aussendung. Das um die positiven Effekte aus den Werthaltigkeitsprüfungen bereinigte operative Ergebnis fiel durch die außergewöhnlich geringe Wasserführung um 3,6 Prozent auf 799,4 Mio. Euro. Die Anzahl der Mitarbeiter stieg geringfügig von 3.015 auf 3.045.

Dividende bleibt bei 55 Cent je Aktie

Für alle privaten Kunden, bestehende und neue, will der Verbund den Strompreis bis 2014 stabil halten und darüber hinaus werde man im kommenden Sommer auch die Senkung aus dem Ökostromgesetz weitergeben, heißt es. Ein Ergebnisausblick für das laufende Jahr 2012 sei "vor dem Hintergrund der Unsicherheiten des makroökonomischen und finanzwirtschaftlichen Umfelds sowie der daraus resultierenden schwierigen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen" seriös nicht möglich. Die Dividendenpolitik orientiert sich an einer Ausschüttungsquote von ca. 50 Prozent des Konzernergebnisses, der Vorstand wird wie im Vorjahr eine Dividende von 0,55 Euro je Aktie vorschlagen.

APA

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