Valneva bleibt in Österreich nach Personalabbau größer als vor Covid

Valneva bleibt in Österreich nach Personalabbau größer als vor Covid

Valneva bleibt in Österreich nach Personalabbau größer als vor Covid

Der österreichisch-französische Impfstoffentwickler Valneva hat zwar einen wissenschaftlich hoch gelobten inaktivierten Impfstoff (Totimpfstoff) gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 entwickelt. Die Nachfrage ist aber trotz anfänglich großen Interesses so klein geblieben, dass die Produktion inzwischen eingestellt wurde. Inhaltlich sei die geringe Nachfrage nicht nachvollziehbar, sagt Valneva-Chef Thomas Lingelbach. Finanziell drohten deshalb aber keine Probleme.

Denn die anfangs massiv engagierte britische Regierung habe die Entwicklungskosten bis zur Phase III weitgehend finanziert und auch für den Bau einer neuen Fabrik in Schottland den Großteil der Kosten übernommen. Als sich die Briten aus dem Projekt zurückzogen, mussten die Gelder nicht zurückgezahlt werden und die EU hat eine große Bestellung aufgegeben und 30 Prozent der bestellten Menge voraus bezahlt. Auch diese Vorauszahlungen mussten nicht erstattet werden, als die EU dann mangels Nachfrage ihre Bestellung auf eine minimale Menge reduzierte. Letztlich haben nur Österreich, Deutschland, Bulgarien, Dänemark und Finnland Impfdosen von Valneva bezogen. Die genauen Kosten, die an Valneva hängen bleiben, sind noch offen, "aber es sind wahrscheinlich weniger als 20 Prozent aller Aufwendungen, die wir rund um Covid geleistet haben", so Lingelbach.

Im Moment ist noch nicht einmal fix, ob Valneva am Ende aus der Covid-Impfstoffentwicklung mit roten oder schwarzen Zahlen aussteigt. Denn im Lager liegen noch 10 Mio. Dosen Impfstoff und es laufen Verhandlungen zur Zulassung in einigen Ländern. Lingelbach rechnet damit, dass für den Verkauf noch das ganze Jahr 2023 Zeit sein wird, da Totimpfstoffe eine relativ lange Haltbarkeit haben, das werde beim Covid-Impfstoff "in Richtung 24 Monate gehen".

Trotzdem hat das Ausbleiben der anfangs mit 60 Mio. Dosen avisierten EU-Bestellungen Valneva zu einer Verkleinerung des auf eine massive Covid-Impfstoff-Produktion ausgerichteten Betriebs gezwungen. Weltweit werden 20 bis 25 Prozent der Jobs gestrichen, vor allem in der Produktion. In Österreich, wo die Forschung und Entwicklung sowie das operative Headquarter beheimatet sind, fallen weniger Jobs weg. Vor Corona hatte Valneva in Österreich 160 Mitarbeiter. In den letzten drei Jahren habe sich der Mitarbeiterstand fast verdoppelt, von diesem Niveau aus werde es nun eine Reduktion um 15 bis 18 Prozent geben. Genaue Zahlen könne er erst nach Abschluss der Restrukturierung nennen, so Lingelbach im Gespräch mit der APA.

Lingelbach will nicht darüber spekulieren, ob es an den zu impfenden Menschen, am Verhalten der Impfzentren oder den Ärzten liege, dass sich der Impfstoff seines Unternehmens nicht durchgesetzt hat. Jedenfalls sei Valneva damit zu spät gekommen, was teilweise an der langwierigeren Herstellung von Totimpfstoffen liege. Aber auch die britische Forderung, alle Zertifizierungen in staatlichen Instituten vornehmen zu lassen, habe Valneva einige Monate Zeit gekostet - und die Zulassung in der EU habe ebenfalls deutlich länger gedauert als in anderen Ländern. Am Preis liege es jedenfalls nicht, denn der Valneva-Impfstoff koste "im gleichen Korridor" wie die anderen Impfstoffe.

Valneva wird sich nun wieder den ursprünglichen Schwerpunkten seiner Tätigkeit widmen - der Zulassung eines Impfstoffes gegen das Chikungunya-Virus, den Abschluss der Entwicklung eines Impfstoffes gegen Borreliose, und die Entwicklung weiterer Impfstoffe. Valneva ist auch mit Reiseimpfstoffen gegen Cholera und gegen die japanische Enzephalitis am Markt.

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