USA gedenken der Opfer der Anschläge von 2001

Am zehnten Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 haben die USA am Sonntag der fast 3000 Opfer gedacht. Am Ground Zero in New York begannen um 08:40 Uhr Ortszeit (14.40 Uhr MESZ) die Feierlichkeiten.

Angesichts "glaubhafter aber unbestätigter" Berichte über neue Angriffspläne der Extremisten-Organisation Al-Kaida befanden sich die Sicherheitskräfte in New York und Washington in höchster Alarmbereitschaft. In Manhattan, wo die Attentäter vor zehn Jahren mit entführten Flugzeugen die Zwillingstürme des World Trade Centre zum Einsturz brachten, waren die Sicherheitsvorkehrungen besonders streng: Die Polizei nahm an Zufahrtsstraßen Autokontrollen vor.

Die Trommeln einer Dudelsackkapelle hallten ab 08.40 Uhr über das sonst lärmende und geschäftige und an diesem Sonntagmorgen stille Areal, an dem bis vor zehn Jahren das World Trade Center stand. Polizei und Feuerwehr in New York haben ein starkes irisch/britisches Erbe, entsprechend werden Dudelsäcke fast immer bei feierlichen Ereignissen gespielt. Lediglich das Geräusch des am neuen Mahnmal herabstürzenden Wassers war neben der Musik zu hören.

Obama und Bush am Ground Zero

Sowohl US-Präsident Barack Obama als auch sein Vorgänger George W. Bush waren zuvor zur Gedenkveranstaltung für die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York eingetroffen. Obama kam am Sonntag in Begleitung seiner Frau Michelle sowie seines Vorgängers George W. Bush und dessen Frau Laura zum Ground Zero, wo beim Einsturz des World Trade Centers ein Großteil der fast 3000 Anschlagsopfer getötet wurde. Bei der Gedenkzeremonie sollen die Namen der Opfer verlesen werden, außerdem soll ein Mahnmal eingeweiht werden. Dort sollten im Tagesverlauf in Anwesenheit von Hinterbliebenen die Namen der Opfer verlesen werden. In der ganzen Stadt sollten die Kirchenglocken läuten.

In seiner wöchentlichen Radioansprache hatte Obama am Samstag erklärt, dass die USA den Kampf gegen den Terror entschlossen fortsetzen würden. "Wir werden das Land, das wir lieben, schützen und es sicherer, stärker und wohlhabender an die nächste Generation übergeben," sagte der US-Präsident. Das Gedenken zum zehnten Jahrestag der Anschläge war von neuen Terrorwarnungen überschattet worden.

Am 11. September 2001 hatten Extremisten des Terrornetzwerks Al Kaida Passagierflugzeuge entführt und in die Zwillingstürme des New Yorker World Trade Center sowie ins Pentagon in Washington gesteuert. Eine vierte entführte Maschine stürzte im Bundesstaat Pennsylvania nahe Shanksville in ein Feld. Seit Freitag erinnern zahlreiche Gedenkveranstaltungen an die Anschläge und ihre Opfer.

Heinz Fischer: Misstrauen hat zugenommen

Bundespräsident Heinz Fischer warnte anlässlich der Eröffnung des Linzer Brucknerfestes 2011 vor dem seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 gewachsenen allgemeinen Misstrauen gewarnt. Leider hätten sich bestimmte Strömungen in der Politik dessen bedient. "Ich glaube, dass das ein gefährliches Spiel ist."

Mit der Ermordung von mehr als 3.000 Menschen habe ein Jahrzehnt begonnen, das von einer Neuausrichtung der Lebenswirklichkeit geprägt war, so Fischer. Misstrauen in verschiedenen Formen habe zugenommen - sei es gegenüber anderen Religionen oder gesellschaftlichen Gruppen oder einfach "gegenüber dem unbekannten nächsten Mitmenschen". Gerade in Europa müsste man aber wissen, dass es nur ein Miteinander anstelle von Misstrauen geben könne, betonte der Bundespräsident.

Das Wort Sicherheit habe seit 9/11 einen anderen Akzent bekommen, sagte Fischer. Behörden hätten mehr Befugnisse erhalten. Es gebe zwar gute Argumente für diese Entwicklung, "aber wir dürfen auch die andere Seite nicht aus dem Blick verlieren". Bei jedem Schritt zu mehr Überwachung müsse man beachten, ob das Ausmaß der Einschränkung im richtigen Verhältnis zum Sicherheitsgewinn steht.

Papst: Gewalt ist keine Lösung

Papst Benedikt XVI. betete zum Abschluss einer Messe im italienischen Ancona für die Opfer der Terroranschläge und die Angehörigen gebetet. Zugleich appellierte der Papst von neuem an die Verantwortlichen der Nationen und an alle Menschen guten Willens, "Gewalt als Lösung von Problemen abzulehnen". Vor etwa 100.000 Gläubigen auf dem Werftgelände der Adria-Stadt forderte das Oberhaupt der Katholiken dazu auf, "der Versuchung des Hasses zu widerstehen und sich in der Gesellschaft an die Grundsätze der Solidarität, der Gerechtigkeit und des Friedens zu halten".

Netanyahu: Kampf gegen Terror ist in vollem Gange

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu erklärte, der Kampf gegen Islamistenterror sei noch in vollem Gange. "Der Kampf ist noch nicht vorüber, wir befinden uns immer noch in seinem Mittelpunkt", sagte Netanyahu am Sonntag während der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem. "Der radikale Islam bedroht gemäßigte muslimische und arabische Herrschaftsformen und er bedroht die Existenz des Staates Israel", sagte der Regierungschef.

"Wir leben in einem Jahrzehnt des Terrors." Dies betreffe nicht nur Israel und den Nahen Osten, sondern auch Europa, die Vereinigten Staaten sowie Russland und "viele andere Länder". Netanyahu warnte, die Terrorbedrohung werde noch "unermesslich größer werden", sollten radikale Islamisten Massenvernichtungswaffen in die Hände bekommen. Demokratien in aller Welt müssten radikale Islamisten daher gemeinsam bekämpfen, forderte er.

-Apa, Red

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