US-Erzeugerpreise weiter kräftig gestiegen

Inflation klingt nicht ab - Fed könnte Zinsen aggressiv erhöhen

US-Erzeugerpreise weiter kräftig gestiegen

US-Erzeugerpreise weiter kräftig gestiegen

Die Erzeugerpreise in den USA ziehen mit kaum verminderter Kraft an und signalisieren damit kein Abklingen der hohen Inflation. Sie stiegen im Mai um 10,8 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Arbeitsministerium am Dienstag mitteilte. Der Anstieg bleibt damit deutlich im zweistelligen Prozentbereich. Im April hatte es ein noch etwas stärkeres Plus von revidiert 10,9 Prozent gegeben. In einer ersten Schätzung war von 11,0 Prozent die Rede gewesen.

Zum Vormonat stiegen die Erzeugerpreise im Mai wie von Experten erwartet um 0,8 Prozent. Im April hatte sich nur ein Zuwachs um 0,4 Prozent ergeben.

In der Statistik werden die Preise ab Fabriktor geführt - also bevor die Produkte weiterverarbeitet oder gehandelt werden. Aus ihnen lassen sich frühe Hinweise auf die Entwicklung der Verbraucherpreise ableiten. Diese waren im Mai überraschend wieder angestiegen - und zwar auf 8,6 von 8,3 Prozent. Im April war die US-Inflation erstmals seit August 2021 leicht gesunken. Aber Materialengpässe und erhöhte Energiekosten auch infolge des Ukraine-Kriegs halten den Preisdruck hoch.

Die unerwartet weiter angestiegenen Verbraucherpreise könnten die Notenbank Federal Reserve am Mittwoch zu ihrem größten Zinsschritt seit 1994 bewegen. "Mittlerweile preist der Markt für die morgige Sitzung eine Zinserhöhung um 75 Basispunkte ein. Vor den Inflationsdaten vom Freitag waren es noch mehrheitlich 50 Basispunkte", schreibt Commerzbank-Analystin You-Na Park-Heger in einem Kommentar. Die Fed hatte im Mai den größten Zinsschritt seit 22 Jahren unternommen und den Leitzins um einen halben Punkt (50 Basispunkte) auf die Spanne von 0,75 bis 1,0 Prozent erhöht.

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