US-Börsenaufsicht SEC will SPACs strenger regulieren

Investoren von Spezialvehikeln sollen ähnlich geschützt werden wie Anleger bei regulären Börsengangen (IPO).

US-Börsenaufsicht SEC will SPACs strenger regulieren

US-Börsenaufsicht SEC will SPACs strenger regulieren

New York. Die US-Börsenaufsicht SEC will den Auswüchsen im Geschäft mit Börsengängen leerer Firmenhüllen mit strengeren Vorschriften Einhalt gebieten. Die Investoren in solche "Special Purpose Acquisition Companies" (SPAC) sollen gemäß dem vorgestellten SEC-Regelungsentwurf künftig ähnlich stark geschützt werden wie bei einem normalen Börsengang (IPO, Anm.: für Initial Public Offering).

Für herkömmliche IPO gelten in den USA besonders strenge Regeln - die im Vergleich dazu lockeren Vorschriften für SPACs hatten diese für viele Initiatoren erst attraktiv gemacht. "Unternehmen, die in der Öffentlichkeit Gelder einsammeln, sollten die Investoren zum Zeitpunkt ihrer Entscheidung vollständig und fair informieren", sagte SEC-Chef Gary Gensler.

Dabei geht es unter anderem um die Geschäftsprognosen der Firmen, die später in den SPAC-Mantel schlüpfen sollen. Diese hatten sich häufig als übertrieben optimistisch herausgestellt. Vor normalen Börsengängen in den USA dürfen Unternehmen ihre Investoren dagegen praktisch gar nicht mit Prognosen locken. Zahlreiche Initiatoren hatten SPAC-Konstruktionen genutzt, um das Verbot zu umgehen.

Gedämpfte Euphorie für leere Firmenhülle

Um SPACs hatte es seit 2020 vor allem in den USA eine regelrechte Euphoriewelle gegeben. Allein im vergangenen Jahr wurden nach Daten von Renaissance Capital 604 dieser leeren Firmenhüllen an die Börse gebracht, die 144 Milliarden Dollar einsammelten. Auch deutsche Start-ups gingen an die US-Börse, indem sie sich von SPACs mit Milliardenbewertungen übernehmen ließen: etwa das Flugtaxi-Startup Lilium.

Doch die Begeisterung kühlte seit Mitte 2021 ab, nachdem sich viele der jungen Unternehmen als nicht börsenreif entpuppten. In zahlreichen Fällen lehnten die Investoren die Übernahmen ab und forderten ihr Geld zurück.

Mehr Transparenz fordert die SEC in dem Entwurf auch, was die Initiatoren (Sponsoren) der SPACs, deren finanzielle Vorteile und mögliche Interessenskonflikte betrifft. Die Sponsoren bekommen für ihre Arbeit meistens kostenlos Anteile am SPAC. Die Behörde fordert auch unabhängige Überprüfungen, ob die Übernahme des ins Visier genommenen Zielunternehmens ("de-SPAC") für die Anleger wirklich vorteilhaft ist. Zur Verantwortung ziehen will sie auch Wirtschaftsprüfer, Anwälte und Investmentbanken - für die Zeit vor dem Börsengang und danach.

In Europa sind traditionelle Börsengänge weit weniger rigide reglementiert. Investmentbanker und Anwälte bezweifeln daher die Attraktivität von SPACs außerhalb der USA. Trotzdem hatte voriges Jahr eine Handvoll Unternehmen in Deutschland über diesen Umweg an die Börse gewagt, darunter das Kinder-Hörspiel-Startup Tonies und der Reisevermittler HomeToGo.

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