Untreue-Prozess gegen Ex-Manager der Kärntner Hypo

Im Schwurgerichtssaal des Landesgerichts Klagenfurt hat am Dienstag der Schöffenprozess gegen den Ex-Hypo-Vorstandschef Wolfgang Kulterer und die beiden Manager Gert Xander und Albin Ruhdorfer begonnen. Den Angeklagten wird Untreue vorgeworfen, laut Staatsanwaltschaft vergaben sie unrechtmäßig Kredite. Kulterer wird außerdem Falschaussage im Hypo-U-Ausschuss vorgeworfen.

Die Anklage vertritt Oberstaatsanwalt Andreas Höbl, er wirft den Managern vor, einen Zwei-Millionen-Euro-Kredit an die später pleitegegangene Fluglinie Styrian Spirit sowie 150.000 Euro an Kredit an den Privatdetektiv Dietmar Guggenbichler vergeben zu haben. In beiden Fällen kam es zu Totalausfällen. In einer kurzen Darlegung der Anklage bezeichnete Höbl Kulterer als "Bestimmungstäter", Xander als Hypo-Österreich-Vorstand als "unmittelbaren Täter" und Ruhdorfer als damaliger Prokurist als "Beitragstäter".

Kulterer sagte in seiner Einvernahme, er habe weder Xander noch Ruhdorfer je angewiesen, den Kredit an Styrian Spirit zu gewähren. "Aber wenn ich an dieser Stelle gewesen wäre, hätte ich die gleiche Entscheidung getroffen, da die Kreditgewährung damals sinnvoll erschien", erklärte er. Dass es sich um einen "Kredit auf Zuruf" des damaligen Landeshauptmanns Haider gehandelt habe, dementierte Kulterer ebenfalls.

Kulterers Anwalt Ferdinand Lanker wies alle Vorwürfe zurück, der wahre Hypo-Skandal liege woanders, meinte der Anwalt. Vom stets behaupteten Skandal sei "nichts übrig". Den Vorwurf der falschen Zeugenaussage vor dem Hypo-U-Ausschuss des Kärntner Landtags bezeichnete Kulterers Verteidiger als "bewusste Fehlinterpretation". Kulterer habe die ihm vorgeworfene Aussage in der Form nie gemacht.

Sollten die Angeklagten verurteilt werden, drohen ihnen bis zu zehn Jahren Haft. Mit einem Urteil von Richter Norbert Jenny ist erst in einigen Wochen zu rechnen.

- APA

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