UniCredit mit Quartalsverlust von 10,64 Milliarden Euro

Die größte Bank Italiens - die Mailänder Bank Austria-Mutter UniCredit - hat am Montag triste Rekorde gemeldet. Darunter einen Verlust von 10,6 Mrd. Euro für das dritte Quartal 2011. Auch der Abbau von tausenden Jobs steht bevor. Von dem Kostensparprogramm ist auch die Bank Austria im Inland betroffen. Bankchef Cernko will die Mitarbeiterzahl von 10.800 bis zum Jahr 2015 auf 10.000 reduzieren.

Dabei werde die Bank Austria bei ihrer Politik bleiben, dies ohne betriebsbedingte Kündigungen zu bewerkstelligen, versicherte Cernko. Er wolle die natürliche Fluktuation (etwa 250 Mitarbeiter pro Jahr) nutzen, also freiwerdende Stellen nicht nachbesetzen. Ende September waren in der Bank Austria als CEE-Subholding von UniCredit insgesamt 62.390 Leute beschäftigt.

Von Teilen des Wertpapiergeschäfts verabschiedet sich der Konzern. Am 15. Dezember soll eine Sonderhauptversammlung eine Kapitalerhöhung von 7,5 Mrd. Euro billigen. Riesige Firmenwertabschreibungen auf Bankbeteiligungen ("Goodwill") stürzten den Konzern tief in die roten Zahlen. Die Dividende ist gestrichen, der Kurs rasselte weiter.

UniCredit-Chef Federico Ghizzoni hat eine Redimensionierung vor allem in Italien und im Investmentbanking angekündigt. Da geht es um mehr als 5.000 Jobs, die gestrichen werden. UniCredit wolle auch weiterhin unter den europäischen Top-Banken in Europa bleiben. "Das ist nicht einfach", so Ghizzoni, aber das sei die "Vision" und kein "Katastrophen-Szenario". Italien sei und bleibe ein Schlüsselmarkt für die Gruppe und werde sich innerhalb des Planzeitraums - also bis Ende 2015 - wieder erholen.

Die Aktivitäten in Osteuropa und den europäischen Triple-A-Ländern wie Österreich und Deutschland würden fortgesetzt. Derzeit beschäftigt der UniCredit-Konzern mehr als 160.000 Leute.

In Österreich hat die Bank Austria die für morgen geplanten Quartalszahlen vorgezogen. In den von Wien aus gesteuerten Tochterbanken in Kasachstan und der Ukraine wurden Firmenwertabschreibungen über 650 Mio. Euro nötig. Im Neunmonatsbericht 2011 weist die österreichische UniCredit-Tochterbank deshalb Abschreibungen auf Geschäfts- und Firmenwerte von 705 Mio. Euro aus.

Die UniCredit-Aktie wurde unmittelbar vor der Bekanntgabe vom Mailänder Börsehandel ausgesetzt. Nach der Wiederaufnahme schoss sie um 7 Prozent nach unten. Unterm Strich negativ lief es im 3. Quartal auch für die HVB.

- APA

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