UniCredit friert Libyer-Stimmrechte ein

Die Bank Austria-Mutter UniCredit hat die Stimmrechte ihrer libyschen Aktionäre eingefroren. "Angesichts der EU-Beschlüsse werden die Stimmrechte der libyschen Aktionäre eingefroren", erklärte die italienische Großbank am Freitag. Der libysche Staatsfonds LIA hält 2,6 Prozent der UniCredit-Aktien. Zusammen mit den Aktien, die von der libyschen Zentralbank gehalten werden, sind es über 7,6 Prozent.

Am Donnerstag hatte die EU die Sanktionen gegen das libysche Regime von Muammar al-Gaddafi verschärft. Die EU-Strafen treffen die libysche Zentralbank, den Staatsfonds LIA, die Gesellschaften Libya Africa Investment Portfolio, Libyan Foreign Bank und Libyan Housing and Infrastructure Board (HIB). Die Sanktionen sind heute mit der Veröffentlichung in Kraft getreten.

Der libysche Staatsfonds LIA und die libysche Zentralbank sollen vorerst auch keine Dividendenzahlungen erhalten. Das Geld soll italienischen Medienberichten zufolge auf ein Konto fließen, bis die politische Lage in Libyen geklärt ist. Der Wert der libyschen Beteiligung an UniCredit beträgt rund 2,6 Mrd. Euro. In Europa hat der Gaddafi-Clan sein Geld vor allem in Italien investiert.

Nach Angaben des internationalen Rechtsexperten Giorgio Sacerdoti, Professor an der Mailänder Wirtschaftsuniversität "Bocconi", wird die Einfrierung der Libyen-Beteiligungen vorerst keine konkrete Folgen für UniCredit und die anderen italienischen Gesellschaften haben. "Libysche Aktionäre haben keine operative Funktionen in den Gesellschaften, daher dürften sich die Auswirkungen der EU-Sanktionen in Schranken halten", meinte Sacerdoti.

- APA

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