Ukraine-Krieg trübt Zuversicht an der Börse, Ölpreis fällt

Der Ukraine-Krieg lässt die Konjunkturzuversicht der Börsenprofis mit Blick auf die deutsche Wirtschaft so massiv einbrechen wie noch nie. Der Ölpreis gibt nach, der Spritpreis noch nicht

Ukraine-Krieg trübt Zuversicht an der Börse, Ölpreis fällt

Ukraine-Krieg trübt Konjunkturzuversicht deutscher Börsianer

Der Ukraine-Krieg lässt die Konjunkturzuversicht der Börsenprofis mit Blick auf die deutsche Wirtschaft so massiv einbrechen wie noch nie. Das Barometer für die Einschätzung der nächsten sechs Monate fiel im März um 93,6 auf minus 39,3 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner monatlichen Umfrage unter 162 Analysten und Anlegern mitteilte.

Dies ist der stärkste Rückgang der Erwartungen seit Beginn der Umfrage im Dezember 1991. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang auf plus 10,0 Zähler gerechnet. "Eine Rezession wird immer wahrscheinlicher. Der Ukrainekrieg und die Sanktionen gegen Russland verschlechtern den wirtschaftlichen Ausblick für Deutschland ganz erheblich", erklärte ZEW-Präsident Achim Wambach.

Charttechnische Signale deuten auch auf weitere Kursverluste der Wall Street hin. Zum Börsenschluss am Montag lag der Durchschnittskurs der vergangenen 50 Tage erstmals seit knapp zwei Jahren unter dem 200-Tages-Schnitt. Diese Konstellation wird "Todeskreuz" genannt und gilt als schlechtes Omen. Als Vorbote steigender Kurse gilt das "Goldene Kreuz", das dann gebildet wird, wenn der 50-Tages-Schnitt wieder über den 200-Tages-Schnitt steigt.

Ölpreis fällt

Die Ölpreise sind indessen weiter zurückgegangen und zeitweise wieder unter 100 US-Dollar pro Barrel gefallen. Am Nachmittag wurde ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit 100,93 Dollar gehandelt. Das waren 5,85 Dollar weniger als am Vortag. Zeitweise war der Brent-Preis bis auf 97,44 Dollar gefallen. Der Preis für ein Fass West Texas Intermediate (WTI) fiel um 5,91 Dollar auf 96,94 Dollar.

Schon am Vortag waren die Ölpreise deutlich unter Druck geraten. Von ihren mehrjährigen Höchstständen, die sie im Zuge des Ukraine-Kriegs vor gut einer Woche markiert hatten, haben sich die Preise mittlerweile deutlich entfernt. Ein Fass Brent hatte in der Spitze rund 139 Dollar gekostet, ein Fass WTI war mehr als 130 Dollar wert gewesen.

Sprit bleibt teuer

Sprit bleibt trotz sinkender Ölpreise teuer, sowohl in Österreich als auch Deutschland. Dort sorgen die trotz sinkender Ölpreise weiter extrem hohen Spritpreise nun für Kritik an den Ölkonzernen. "Mein Eindruck ist, dass ein paar Ölmultis gerade den großen Reibach machen", schrieb der baden-württembergische Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) am Dienstag auf Twitter.

Vielen Autofahrern dürfte er damit aus der Seele sprechen, denn während Rohöl inzwischen fast wieder auf das Preisniveau vor Beginn des Ukraine-Kriegs zurückgekehrt ist, bleibt Superbenzin rund 45 Cent teurer, Diesel sogar rund 64 Cent. Auch in Österreich sind die "geopolitischen Risikoaufschläge" beträchtlich.

Normalerweise bewegen sich die Preise für Öl und Sprit relativ im Gleichschritt, doch derzeit sind sie weitgehend entkoppelt. Am Dienstagmittag sank der Preis für Öl der in Europa wichtigen Sorte Brent unter 100 Dollar pro Fass (159 Liter) und näherte sich den Werten vor Kriegsbeginn. Nach dem russischen Angriff war er bis Anfang vergangener Woche über 130 Dollar gestiegen. In der Spitze wurde kurzfristig sogar ein Wert von 139,13 Dollar erreicht. Seither ist der Preis allerdings wieder stark gesunken. Beim Sprit ist davon aber nichts zu bemerken. Im Gegenteil: Sowohl Superbenzin als auch Diesel sind in der Phase des Ölpreis-Rückgangs eher teurer als billiger geworden.

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