Trotz Immo-Steuer: Vorsorgewohnungen bleiben attraktiv

Die Wiener Privatbank bricht eine Lanze für die zuletzt oft für tot erklärte Vorsorgewohnung. Die im Zug des Sparpakets geplanten Steueränderungen verringern die langfristig zu erwartende Rendite nur geringfügig, ihre Vorteile würden auch nach den Änderungen überwiegen, erklärt die Wiener Privatbank.

Nach einer Modellrechnung des auf diese Art von Immobilien spezialisierten Instituts sinkt die von einem Anleger binnen 23 Jahren zu erwartende Rendite von 5,45 auf 4,84 Prozent, sagte Privatbankvorstand Helmut Hardt (Bild). "Das ist kein Wert, der den langfristig orientierten Investor vom Kauf einer Vorsorgewohnung abhalten wird."

In der Modellrechnung wird eine Fremdfinanzierung von 50 Prozent, eine jährliche Wertsteigerung von 3 Prozent und eine jährliche Mieterhöhung von zwei Prozent in Höhe der Inflation angenommen. Die Motive der Vorsorgewohnungskäufer würden auch künftig in der relativ inflationssicheren Geldanlage liegen, Steuervorteile seien bisher lediglich "mitgenommen" worden, erklärte Hardt. Der langfristige Trend von wachsender Bevölkerung, kleineren Haushalten und geringerer Neuwohnungsproduktion sei aufrecht.

Nach den künftigen Regeln muss die Wertsteigerung aus dem Verkauf von Wohnungen künftig mit 25 Prozent versteuert werden, die bisher geltende Spekulationsfrist, durch die der Verkauf nach 10 Jahren steuerfrei durchgeführt werden konnte, fällt. Ausnahmen sind etwa Hauptwohnsitze oder selbst gebaute Häuser, sofern sie nicht vermietet worden sind. Eine nach zehn Jahren einsetzende Klausel soll die Besteuerung von inflationären Scheingewinnen abmildern.

Von der ebenfalls geplanten Einschränkung der Vorsteuerabzugsberechtigung seien private Vorsorgewohnungsbesitzer in der Regel ohnedies nicht betroffen, die Verlängerung der Vorsteuerrückzahlung dürfte in bestimmten Fällen zu spüren sein - etwa wenn Mieter mit Kaufoption eine Wohnung nach zehn Jahren in ihr Eigentum übernehmen.

APA/hahn

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