Tiefrote Bilanz für die Erste Group

Die Erste Group konnte die Erwartungen der Analysten trotz tiefroter Bilanz schlagen. Die Markterwartungen für den Verlust 2011 lagen im Mittel rund 70 Millionen höher, bei nämlich 789 Millionen €.

Weil im 3. Quartal riesige Belastungen aus Ostbanken, Staatsanleihen und Credit Default Swaps angefallen waren, mussten Abschreibungen von 1,5 Milliarden Euro verdaut werden. Im Schlussquartal gab es aber wieder einen hohen Gewinn von 254,1 Millionen Euro. Das teilte die Bank am Mittwoch früh mit.

Dividende fällt aus

Somit schloss das Jahr 2011 mit einem Nettoverlust von 718,9 Millionen Euro. Im Jahr davor hatte es einen Gewinn von 878,7 Millionen Euro gegeben. Eine Dividende für die Aktionäre gibt es für 2011 nicht.

Bei der von den europäischen Regulierern EBA geforderten Kapitalaufstockung ist die Erste vorangekommen. Bis Ende Juni müsse sie noch eine Lücke von 166 Millionen Euro schließen, um die geforderte harte Kernkapitalquote von neun Prozent zu erreichen. Ende 2011 lag die Kennzahl (nach der Berechnungsmethode der EBA) bei 8,9 Prozent. Die Bank rüstet sich mit dem Rückkauf von Hypbrid-Anleihen, der Trennung von Randgeschäften und einen strikten Sparkurs in Osteuropa für die strengeren Anforderungen. Ursprünglich lag die Kapitallücke bei 743 Millionen Euro.

Ihr Engagement in den schuldengeplagten Ländern am Rande der Eurozone (PIIGS) fuhr die Bank massiv zurück. Ende 2011 hielt die Erste Griechenland-Papiere über 4,4 Millionen Euro nach gut 600 Millionen Euro Ende 2010 (Sovereign net exposure). Das gesamte PIIGS-Staaten-Engagement fuhr die Erste auf 553 Millionen Euro von 2,1 Milliarden Euro zurück.

Osteuropa fühlt sich besser an

Die Erste Group Bank erwartet nach dem verlustreichen Jahr 2011 durch eine bessere Wirtschaftsentwicklung in Teilen Osteuropas wieder steigende Erträge. Das Betriebsergebnis, das im vergangenen Jahr um gut vier Prozent geschrumpft war, werde 2012 leicht steigen, erklärte CEO Treichl. Das Sparkassen-Spitzeninstitut geht dabei von sinkenden Vorsorgen für faule Kredite, sinkenden Kosten und einem anziehenden Kreditgeschäft in einigen Märkten aus.

Allein in Ungarn schlug 2011 ein Verlust von rund 567 Millionen Euro zu Buche: Dort mussten die Banken hoch verschuldeten Privatleuten ihre Kreditschulden teilweise erlassen. Der Ersten entstand dadurch ein Verlust von 200 Millionen Euro. Die Lage am ungarischen Bankensektor sei weiterhin schwierig, erklärte die Bank. Sie erwartet, dass die dortige Tochter erst 2014 in die Gewinnzone zurückkehrt.

Auch in Rumänien rutschte die Erste mit 23 Millionen Euro in die Verlustzone. Dort benötigen die Menschen wegen der mauen Wirtschaftsentwicklung weniger Kredite. In beiden Ländern hatte die Erste den Wert ihre Töchter im dritten Quartal abschreiben müssen - um insgesamt gut eine Milliarde Euro. Im laufenden Jahr erwartet die Bank in Ungarn einen Rückgang der Kreditrisikovorsorgen um 450 Millionen Euro.

APA/Reuters/hahn

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