Teurer Sprit pushte Inflation

Auch für den kräftigen Anstieg der Inflationsrate im Gesamtjahr 2010 von 0,5 auf 1,9 Prozent waren primär die Sprit-Verteuerungen verantwortlich. Dafür gingen vom Bereich Nahrungsmittel preisdämpfende Effekte aus, insgesamt hielt sich die Teuerung hier mit 0,5 Prozent in Grenzen. Im Verlauf des Vorjahres hat die Inflation sukzessive zugelegt: Im Jänner und Februar wurden mit 1,2 und 1,0 Prozent noch moderate VPI-Anstiege verzeichnet. Bis November bewegte sich die Inflation in einem Korridor zwischen 1,7 und 2,1 Prozent, um diesen schließlich mit 2,3 Prozent zu überschreiten.

Im Gesamtjahr waren in der Ausgabengruppe "Verkehr", die sich im Schnitt um 3,4 Prozent verteuerte, die um 14 Prozent teureren Treibstoffe ausschlaggebend. Wartung und Reparaturen von Pkw verteuerten sich gegenüber 2009 um 3 Prozent, neue Pkw wurden um 2 Prozent billiger, und Flugtickets kosteten um 8 Prozent weniger.

"Wohnung, Wasser und Energie" verteuerte sich 2010 im Schnitt um 2,6 Prozent. Dabei stiegen Wohnungsmieten um 4,0 Prozent, wie die Statistik Austria am Freitag weiter bekanntgab. Die Verteuerungen bei Haushaltsenergie um 3,2 Prozent waren fast zur Gänze durch die Preisanstiege bei Heizöl um 22 Prozent bestimmt. Strom verteuerte sich im Durchschnitt nur um 1 Prozent, die Gaspreise sanken sogar um 5 Prozent. Die Instandhaltung von Wohnungen kam um 2,6 Prozent teurer.

"Verschiedene Waren und Dienstleistungen" kosteten im Durchschnitt um 2,8 Prozent mehr. Dabei verteuerten sich Versicherungsdienstleistungen um 2,2 Prozent und Schmuck und Uhren um 17 Prozent. "Restaurants und Hotels" waren nur um 1,1 Prozent teurer, wobei die Preise für Bewirtungsdienstleistungen mit 1,6 Prozent etwas stärker zulegten.

Aus der Ausgabengruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" kamen im Vorjahr mit durchschnittlichen Preisanstiegen von 0,5 Prozent kaum Inflationsimpulse, betont die Statistik Austria. Im 1. Quartal 2010 waren die Nahrungsmittel noch Preisdämpfer, seither waren - außer im Dezember - äußerst moderate Veränderungsraten zu beobachten. Preistreiber waren Gemüse mit +4 Prozent und Obst mit +6 Prozent; Preisdämpfer war Käse mit -4 Prozent.

Lebensmittel, Tabak und Alkohol zusammen verteuerten sich 2010 um 0,7 Prozent und damit weiterhin recht moderat (2009: +0,4 Prozent). Dabei gab es besonders niedrige Preisanstiege etwa bei Fleisch- und Wurstwaren mit nur +0,1 Prozent. Dienstleistungen kosteten um 1,5 (1,7) Prozent mehr, Industriegüter um 1,2 (1,8) Prozent und sämtliche Güter zusammen um 2,0 (-0,5) Prozent mehr. Industriegüter und Energie zusammen waren 2,6 Prozent kostspieliger (nach -0,7 Prozent 2009), wobei sich Energie diesmal um 7,6 Prozent verteuerte, nach 9,5 Prozent Preisrückgang 2009. Mineralölprodukte allein kosteten 2010 um 15,1 mehr, im Jahr davor waren sie um 19,7 Prozent billiger geworden und hatten damit die Inflation in Österreich mit 0,5 Prozent auf den niedrigsten Wert seit 1953 gedrückt. Als einziges Sonderaggregat verbilligte sich 2010 der Bereich "Reisen und Unterkunft" - um 1,4 Prozent; hier hatte es schon 2009 Preisrückgänge von 0,8 Prozent gegeben.

Der sogenannte "Miniwarenkorb", der einen typischen wöchentlichen Einkauf darstellen soll, verteuerte sich 2010 durchschnittlich um 3,4 Prozent. Auch hier schlugen sich die starken Sprit-Verteuerungen nieder. Der "Mikrowarenkorb" dagegen, in dem keine Treibstoffe enthalten sind, kostete nur um 0,6 Prozent mehr.

- APA

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