Telekom zahlte Meischberger via Hochegger 900.000 Euro

Die Telekom-Affäre rund um dubiose Zahlungen an den Lobbyisten Peter Hochegger bzw. dessen Gesellschaft Valora zieht immer größere Kreise: Wie das Magazin "News" heute vorab berichtet, erhielt auch der Lobbyist und Ex-FPÖ-Politiker Walter Meischberger von den Aufträgen der Telekom an Hochegger in Höhe von rund 9 Millionen Euro als Subauftragnehmer 900.000 Euro.

Meischberger bestätigte gegenüber "News", er sei "indirekt" für die Telekom tätig gewesen. Zur Höhe der Honorare von 900.000 Euro meint Meischberger, "das kann sein. Aber die Summe habe ich nicht im Kopf".

Hochegger erhielt von der Telekom Austria 16 Aufträge von Juli 2004 bis September 2008 und bekam dafür vom börsenotierten Konzern 9,06 Mio. Euro. Das Geld sei "ohne erkennbare Gegenleistung" geflossen, meint die interne Telekom-Task Force laut dem Magazin "profil" in ihrem Revisionsbericht. Hochegger selber habe bei seiner Einvernahme angegeben, dass bei einigen Aufträgen Meischberger Subauftragnehmer gewesen sei und rund 900.000 Euro an Telekom-Geldern an Meischberger geflossen seien. Laut Hocheggers Aussage wussten die Auftraggeber, also die höchsten Telekom-Kreise, über den Einsatz von Meischberger Bescheid, so das Magazin.

Meischbergers Aufgabe war laut "News", das sich auf Hocheggers Aussagen bei der Einvernahme beruft, der Kontakt der Telekom zur damaligen Regierung von Wolfgang Schüssel (V). "Die Telekom war sehr SPÖ-lastig ausgerichtet und hatte ab dem Jahr 2000 keinen guten Draht zur blau-schwarzen Regierung", zitiert "News" Hochegger. "Ich hatte mit Meischberger bereits gute Erfahrungen im Raiffeisen-Bereich gemacht und wusste daher, dass er von Wirtschaftsgrößen akzeptiert wird. Der Telekom war der Zugang zur Regierung wichtig", so Hochegger laut "News" bei seiner Einvernahme.

Meischberger selber bestätigt gegenüber "News", dass seine guten Kontakte zur damaligen Regierung und zu Grasser für die Telekom Austria wertvoll waren. Vor allem seien aber seine "Kontakte in den gesetzgebenden Bereich" wichtig gewesen."Ich war zehn Jahre lang Parlamentarier und weiß, wie die Dinge dort funktionieren und wann wer was entscheidet." Das sei nichts Besonderes, sondern "ganz normales Lobbyinggeschäft". Der früherer FPÖ-Generalsekretär Meischberger saß als FPÖ-Abgeordneter im Parlament.

Von der möglichen Kursmanipulation der Telekom-Aktie im Jahr 2004 habe er gar nichts gewusst, das habe er erst aus den Medien erfahren, so Meischberger.

Die Gesellschaft Valora Solutions in Wien gehörte Grasser sowie seinen beiden Freunden Hochegger und Meischberger zu je einem Drittel. Meischbergers Agentur ZehnVierzig ist heute 100-Prozent-Eigentümer der Valora Solutions, Grasser und Hochegger sind ausgestiegen.

Die Telekom hat sich bei der Staatsanwaltschaft den laufenden strafrechtlichen Ermittlungen gegen Hochegger, Meischberger und Grasser als Privatbeteiligte angeschlossen. Die Beschuldigten weisen alle Vorwürfe von Untreue, Amtsmissbrauch oder Korruption zurück.

- APA

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