Telekom bot Kronzeugen offenbar Geheimpakt an

Die Telekom hat dem bei der Justiz auspackenden Ex-Manager Gernot Schieszler offenbar einen "Knebelungsvertrag" angeboten. Das behauptet dessen Anwalt Prochaska. "Die Telekom wollte die Kronzeugenregelung verhindern und damit vermeiden, dass die Wahrheit ans Licht kommt", wird der Anwalt im "Kurier" zitiert.

Das Unternehmen wollte offenbar einen Geheimpakt mit Schieszler schließen. In dem zehn Seiten langen Vertragsentwurf habe die Telekom Schieszler angeboten, auf sämtliche Schadenersatzansprüche zu verzichten, wenn dieser "alles in seiner Macht stehende dazu beiträgt und die A1 Telekom dabei unterstützt", die Malversationen aufzuklären.

Der Pakt hätte Schieszler vor zivilrechtlicher Verfolgung durch Schadenersatzklagen des Unternehmens geschützt. Wenn er von der Justiz offiziell den Kronzeugenstatus erhält, was erst am Ende der Ermittlungen entschieden wird, ist er auch vor strafrechtlicher Verfolgung geschützt. Die Telekom habe aber auf einer Klausel bestanden, wonach sie den Vertrag hätte lösen können, "wenn es zur Einleitung von Verfolgungsschritten nach dem Verbandsverantwortlichkeitsgesetz gegen die A1 Telekom kommt", so die Zeitung unter Verweis auf den ihr vorliegenden Vertragsentwurf.

Für Prochaska rückt diese Klausel die Telekom ins schiefe Licht. Sie hätte nämlich bedeutet, dass Schieszler nur Dinge aussagen dürfe, die für das Unternehmen unproblematisch seien. Hätte er gemäß der Kronzeugenregelung alles gesagt, hätte die Telekom den Vertrag lösen können.

Telekom-Chef Hannes Ametsreiter hatte vergangene Woche Schadenersatzklagen gegen Schieszler und andere "Täter" in Höhe des Schadens von 18 Mio. Euro angekündigt. Auf APA-Anfrage hieß es bei der Telekom, dass man sich schon aus betriebswirtschaftlichen Gründen zivilrechtlich schadlos halten werde. Dies sei für das Unternehmen immer klar gewesen. Die Kronzeugenregelung betreffe nur die strafrechtliche Seite. Einen möglichen Pakt kann Unternehmenssprecherin Elisabeth Mattes nicht kommentieren. Schon seit 2009 werde im Unternehmen ermittelt, die Telekom kooperiere mit der Staatsanwaltschaft.

- APA

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