Stunde der Wahrheit für Griechenland

Für Griechenland geht die Zitterpartie weiter. Die Regierung nimmt einen neuen Anlauf auf eine rasche Auszahlung des dringend benötigten Milliardenkredits aus dem Hilfsprogramm von EU und IWF, muss sich aber noch gedulden. Die zweite Telefonkonferenz mit den Experten der "Troika" sollte am Dienstagabend gegen 19.00 Uhr MESZ beginnen.

Am Vorabend war eine erste Telefonkonferenz von Finanzminister Venizelos mit den Vertretern der EU, des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank über den Stand der Sparfortschritte Athens ohne konkrete Ergebnisse zu Ende gegangen. Venizelos wollte die Missionschefs der "Troika" bewegen, ihre Arbeiten in Athen wieder aufzunehmen. Ein positiver Bericht der Troika über die Athener Budgetsanierung ist Vorbedingung für die Auszahlung der nächsten Kredittranche von acht Mrd. Euro aus dem alten Hilfsprogramm von 110 Mrd. Euro. Fließen die Milliarden nicht, droht Griechenland nach offiziellen Angaben in Athen im Oktober die Pleite.

Athen will den aufgeblähten Staatsapparat drastisch verkleinern. Die Zahl der Staatsbediensteten soll sich im Vergleich zu 2009 um 50.000 sofort und um weitere 100.000 bis 2015 verringern. 117 Betriebe, die vom Staatshaushalt unterstützt werden, sollen sobald wie möglich schließen. Im Staatssektor arbeiten nach letzten offiziellen Angaben über 700.000 Staatsbedienstete, hinzu kommen rund 200.000 Mitarbeiter in staatlichen subventionierten Unternehmen wie dem Fernsehen oder der Elektrizitätsversorgung.

Die Gerwerkschaften laufen Sturm gegen die Entlassungspläne. Für den 6. Oktober ist ein landesweiter Streik geplant. Bereits für diesen Donnerstag kündigten die Gewerkschaften der Bahnen von Athen einen 24-stündigen Streik an. Sämtliche U-Bahnen, S-Bahnen und Straßenbahnen von Athen sollen bestreikt werden.

Zentrale weitere Maßnahme für die Sanierung der Staatsfinanzen soll die bereits angekündigte Immobilien-Sondersteuer sein. Demnach soll jeder Grieche, der eine Wohnung oder ein Haus besitzt, in diesem und im kommenden Jahr eine Abgabe zwischen 50 Cent und 16 Euro pro Quadratmeter zahlen - je nach Wert der Immobilie. Auch Pensionen sollen weiter gekürzt werden.

- APA

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