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Streik droht: Vorerst weiter keine Bewegung in AUA-KV-Streit

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Die AUA-Flieger dürften zu Ostern am Boden bleiben.
©APA/APA/ROBERT JAEGER/ROBERT JAEGER
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Bei der AUA schwebt ein 36-stündiger Streik am Gründonnerstag und Karfreitag weiter wie ein Damoklesschwert über der bedeutenden Osterreisezeit. Am Sonntag blieben beide Parteien nach APA-Informationen trotz vorhandener Kontaktaufnahmen bei ihren weit entfernten Standpunkten. Ein neuer Gesprächstermin für Montag war bis Sonntagnachmittag nicht gefunden. Um Streichungen im angedrohten Streikzeitraum möglichst zu vermeiden, ist laut Luftfahrtkennern Klarheit bis Dienstag nötig.

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Bei der AUA schwebt ein 36-stündiger Streik am Gründonnerstag und Karfreitag weiter wie ein Damoklesschwert über der bedeutenden Osterreisezeit. Unternehmen und Arbeitnehmerinnenvertreter haben sich bisher nicht auf einen KV geeinigt, darauf folgte am Samstag der Streikbeschluss, zu dem man sich gezwungen sehe. Die Arbeitgeberseite kritisierte den möglichen Ausstand in den Osterferien am Sonntag als "absolut verantwortungslos und Schuss ins eigene Knie der AUA-Belegschaft".

"Die Forderungen der Gewerkschaft vida nach bis zu 40 Prozent Gehaltsplus würde die gerade erst wieder aus einer Existenzkrise gesundete wirtschaftliche Basis der AUA und somit auch 6.200 Arbeitsplätze der AUA-Beschäftigten massiv gefährden", hieß es von Günther Ofner, Obmann der Berufsgruppe Luftfahrt in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), in einer Aussendung. Er ist auch einer der beiden Vorstände des Vienna International Airport. Nicht nachvollziehbar sei ebenso, "dass AUA-Betriebsrat und Gewerkschaft mutwillig die wohlverdienten Osterferien von mehr als 52.000 Passagieren zerstören wollen, darunter vor allem Familien mit schulpflichtigen Kindern".

Wie berichtet bedroht der mögliche Ausstand 430 Flüge. "Die Drohung des AUA-Betriebsrats und der vida, zu Ostern, wenn vor allem Familien mit Kindern ihren wohlverdienten Osterurlaub antreten wollen, 36 Stunden zu streiken, ist absolut verantwortungslos", so Ofner. "Ein Streik bringt keine Lösung, sondern verschlimmert die aktuelle Situation für alle Beteiligten. Vor allem für die tausenden Österreicherinnen und Österreicher, die sich zurecht auf ihren Osterurlaub verlassen und gefreut haben."

Die Forderungen seien auch "eine Provokation in Richtung der Steuerzahler", denn die AUA sei erst vor Kurzem durch millionenschwere Staatshilfen vor dem Untergang bewahrt worden, so Ofner. Zudem werde mit den Gehaltsforderungen die Wettbewerbsfähigkeit der AUA gefährdet. AUA-Kunden könnten zudem künftig auf andere Airlines und Drehkreuze ausweichen, glaubt Ofner.

Die Gewerkschaft und der Betriebsrat hingegen fordern aus ihrer Sicht eine gerechtfertigte Annäherung an die Gehälter der AUA-Mutter Lufthansa. Das vom Unternehmen unterbreitete Angebot von durchschnittlich plus 18 Prozent - das Ofner naturgemäß als sehr lukrativ darstellt - fürs fliegende Personal stelle tatsächlich nur einen Inflationsausgleich da. Außerdem "spiele" das Unternehmen nur mit Zahlen und das Angebot sei "nicht wertschätzend". Nur ein neues Angebot - das nicht in Sicht ist - kann die Kampfmaßnahmen noch verhindern.

Man habe den Streikbeschluss ebenso einstimmig gefasst wie eine neue Aufforderung an die AUA, "unverzüglich ein besseres Angebot zu legen", hatte der zuständige vida-Gewerkschafter Daniel Liebhart am Samstag gegenüber der APA erklärt. Auf die Frage, ob es nun eine neue Frist gebe, sagte Liebhart, dass man sich "logischerweise einigen muss". Dafür wäre laut Gewerkschaft Zeit bis 27. März 23:59 und 59 Sekunden. Man sei gesprächsbereit. Der Streik soll am 28. März um 00:00 Uhr beginnen.

Ofner betonte für die Arbeitgebervertreter Gesprächsbereitschaft, wie es auch das Unternehmen selbst tut: "Es ist höchste Zeit, die Krawallaktionen gegen die AUA und ihre Passagiere zu beenden und einen Kompromiss zu schließen." Der Ruf sei bereits beschädigt.

Bewegung oder gar eine Annäherung gab es zumindest am Sonntagvormittag vorerst nicht. Das ergaben APA-Anfragen bei beiden Streitparteien.

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