Strabag in den ersten drei Quartalen mit etwas geringerer Bauleistung

Der börsenotierte Baukonzern Strabag hat die ersten drei Quartale 2010 mit einer etwas geringeren Bauleistung abgeschlossen - diese verminderte sich um 3 Prozent auf 9,097 Mrd. Euro. Der Gewinn nach Steuern ging gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres "aufgrund der höheren Steuerquote" um 1 Prozent auf 116,4 Mio. Euro zurück - nach Minderheiten erhöhte sich das Periodenergebnis allerdings um 5 Prozent auf 108,3 Mio. Euro, wie der Konzern heute, Montag, bekanntgab. Der Auftragsbestand erhöhte sich um 2 Prozent auf 14,851 Mrd. Euro.

Auffällig rückläufig war die Bauleistung den Unternehmensangaben zufolge im deutschen und ungarischen Verkehrswegebau. Auch der Hoch-und Ingenieursbau in Deutschland ließ nach. Im Tunnelbau fehlten der Strabag Projekte. Positiv hingegen schlug sich der Bauboom in Polen nieder.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des Baukonzerns erhöhte sich gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 10 Prozent auf 192,7 Mio. Euro - dank niedriger Vergleichsbasis im Jahr 2009 und positiver Konsolidierungseffekte, wie das Unternehmen erklärte. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen erhöhten sich um 6 Prozent.

Die EBIT-Marge - bezogen auf die Leistung - verbesserte sich von 1,9 auf 2,2 Prozent. Der durchschnittliche Personalstand wurde um 5 Prozent von 75.367 auf 71.913 Mitarbeiter geschmälert. Vor allem in Tschechien, Ungarn, den Balkanstaaten und Deutschland wurden Jobs gestrichen. Die Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen sowie der Personalaufwand blieben in den ersten neun Monaten gemessen am Umsatz stabil. Der Gewinn je Aktie stieg leicht von 0,90 auf 0,95 Euro.

Die Prognose für das Gesamtjahr 2010 ließ der laut Eigenangaben größte Bauunternehmen Zentral- und Osteuropas unverändert. "Wir gehen für heuer immer noch davon aus, dass sich die Leistung gegenüber dem Vorjahr mit 12,9 Mrd. Euro (2009: 13,0 Mrd. Euro) relativ flach entwickeln wird. Unsere Erwartung bezüglich des bereinigten Ergebnisses vor Zinsergebnis und Steuern (EBIT) liegt bei 280 Mio. Euro im Jahr 2010", so Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner.

2011 sollte sich die Leistung um 5 Prozent auf 13,5 Mrd. Euro und in 2012 um 1,5 Prozent auf 13,7 Mrd. Euro erhöhen. Das EBIT wird für 2011 bei 295 Mio. Euro erwartet und 2012 bei 300 Mio. Euro. Die EBIT-Marge von 2,2 Prozent werde in den folgenden Jahren stabil gesehen.

In den ersten neun Monaten nahm der Konzernumsatz heuer um 2 Prozent auf 8,889 Mrd. Euro ab. Eine leichte Erholung war allerdings im dritten Quartal erkennbar, in dem sich der Umsatz gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres um 3 Prozent nach oben bewegte.

Positiv auf den Auftragsbestand habe sich in den ersten drei Quartalen die Expansion in nordeuropäische Märkte und den Nahen Osten ausgewirkt, während die Aufträge in Deutschland und Ungarn rückläufig waren. In der Slowakei habe die Vollkonsolidierung der Bahnbau-Tochter Viamont DSP a.s. den Auftragsbestand im ersten Quartal positiv beeinflusst.

Die Bilanzsumme überschritt per Ende September 2010 erstmals in der Konzerngeschichte die 10-Milliarden-Euro-Grenze. Die Vorräte stiegen laut Strabag nennenswert, da der Konzern das Projektentwicklungsgeschäft stark vorangetrieben hatte. Damit ging auch der Bestand an liquiden Mitteln deutlich zurück. Die Eigenkapitalquote verminderte sich von 32,2 auf mit 31,4 Prozent.

Der Cash-Flow aus dem Ergebnis sank aufgrund von nicht zahlungswirksamen Ergebniseffekten (Erstkonsolidierung Viamont) um 9 Prozent auf 335,43 Mio. Euro. Weiters habe der Aufbau des Working Capitals zu einem negativen Cash-Flow aus der Geschäftstätigkeit von minus 206,93 Mio. Euro geführt - nach plus 17,91 Mio. Euro in der Vergleichsperiode des Vorjahres.

Einige Großinvestitionen in Sachanlagen ließen den Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit den Angaben zufolge von minus 296,33 Mio. auf minus 349,50 Mio. Euro negativer werden. Der Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit hingegen war mit minus 21,26 Mio. (nach minus 228,04 Mio. Euro) nur noch wenig negativ, da eine Unternehmensanleihe begeben und Bankkredite aufgenommen wurden.

- APA

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