Steuern auf Finanz-Spekulationen: Nicht die Steuer, sondern Krise ist der Jobkiller

Kritisch ins Gericht geht der Steuerexperte der Arbeiterkammer, Otto Farny, mit der Initiative "proMarktwirtschaft", in der sich namhafte österreichische Ökonomen zusammengefunden haben.

Diese Gruppe hatte heute bei einem Pressegespräch behauptet, die Einführung der Finanztransaktionssteuer (FTS) könnte EU-weit bis zu 500.000 Arbeitsplätze kosten. Diese Behauptung sei durch nichts belegbar, so Farny am Montag in einer Presseaussendung.

500.000 Arbeitsplätze: Wer glaubt das?

"Eine Steuer von 0,1 Prozent auf Aktienumsätze vernichtet also 500.000 Arbeitsplätze? Wer glaubt das?", frägt sich Farny, und stellt die Gegenfrage: "Wie viele Arbeitsplätze sind durch die Abschaffung der Börsenumsatzsteuer entstanden, deren Sätze wesentlich höher waren?", um sie dann selbst zu beantworten: "Keine."

Es gebe keinerlei Belege dafür, warum eine Steuer von 0,1 Prozent auf Aktienumsätze den freien Kapitalverkehr verhindern soll und eine Steuer von 20 Prozent auf Waren und Dienstleistungen den freien Waren- und Dienstleistungsverkehr nicht verhindert, so Farny weiter.

Die Krise hat 8,5 Mio. Arbeitsplätze vernichtet

"Es war die Finanzmarktkrise, die 8,5 Mio. Arbeitsplätze in Europa vernichtet hat", betont Farny. Deshalb werde der Finanzmarkt nun das Seine dazu beitragen müssen, diese Schäden abzufedern.

Nicht die Finanztransaktionssteuer würde zu einen Problem führen, vielmehr habe Österreich ein Ausgabenproblem: "Die Staatsschuldenquote ist durch die Bankenrettungspakete und durch die damit verbundenen Konjunkturpakete sprunghaft gestiegen und deshalb muss sich der Finanzsektor an den Aufräumarbeiten beteiligen. Die Finanztransaktionssteuer ist ein geeigneter Weg dazu", so Farny.

-Apa/locatin

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