Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ÖBB-Aufsichtsratschef Horst Pöchhacker

Neue Wendung im Fall rund um die Grasser Lobbyisten Peter Hochegger und Walter Meischberger. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun auch gegen Ex-Porr Chef und ÖBB-Aufsichtsratspräsident Horst Pöchhacker wegen des Verdachts der Untreue.

Das berichtet die Wiener Wochenzeitung Falter in ihrer morgen Mittwoch erscheinenden Ausgabe. Pöchhacker, so der Falter, wurde bereits im Juli dieses Jahres vom Bundeskriminalamt als Beschuldigter einvernommen, verweigerte jedoch dort die Aussage.

Die Ermittlungen gegen Pöchhacker sind eine Nebenfront in der Causa Buwog. Bei der Durchforstung der Konten von Hocheggers zypriotischer Scheinfirma stießen die Fahnder auch auf Rechnungen an die Porr. Bei zwei Rechnungen, so die Vermutung der Ermittler könnte es sich um Schmiergeld gehandelt haben.

Ende 2005 überwies die Porr 25.000 Euro an Hochegger. Offiziell wurden damit "Beratungsleistungen Ungarische Autobahnen" geleistet. Die Betroffenen verwickeln sich bei Verhören in Widersprüche. Lobbyist Hochegger gab zu Protokoll, er habe namens der Porr die "Stimmungslage in der ungarischen Regierung bezüglich Investitionsprojekte ausloten" wollen. Mehr wolle er dazu nicht sagen.

Pöchhacker wurde, ehe die strafrechtlichen Ermittlungen gegen ihn einsetzten, als Zeuge befragt. Es habe "Abrechnugsprobleme" mit der ungarischen Bürokratie gegeben, erzählte er, mehrere Millionen Euro Honorar für ein Autobahnprojekt seien aufgrund einer "schlechten Gesprächsbasis" ausständig gewesen. "Durch die Zahlung wurde bewirkt, dass plötzlich eine Gesprächsbereitschaft entstanden ist." Pöchhacker wörtlich: "Manchmal muss man einfach daran glauben, dass jemand durch Kontakte etwas bewirkt hat".

Die Fahnder prüfen auch eine Rechnung in der Höhe von 200.000 Euro an die Porr. Hier könnte es sich um Schmiergeld rund um den Linzer Terminal Tower gehandelt haben, so der Verdacht. Auffallend ist, dass sich laut Aktenlage fast alle Porr-Manager im Ermittlungsverfahren der Aussage betreffend dieser Zahlungen entschlagen. In einem Aktenvermerk stellt das Bundeskriminalamt daher fest, dass es "Linie der Firma Porr zu sein scheint, entgegen öffentlich kundgemachter Aussagen, an der Aufklärung des Sachverhalts mitzuwirken, durch Beeinflussung aller Mitarbeiter, keinerlei Aussagen in gegenständlicher Sache zuzulassen, um insgesamt eine lückenlose Aufklärung zu verhindern". Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

- Red/APA

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