Trend Logo

Staatsanleihen für Privatanleger ab sofort online verfügbar

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
4 min
OeBFA-Chef Markus Stix und Finanzminister Magnus Brunner
©APA/APA/ROBERT JAEGER/ROBERT JAEGER
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
Auch Privatanleger haben ab sofort wieder die Möglichkeit, direkt beim Staat Anleihen zu kaufen. Der "Bundesschatz", das neue Geldanlageprodukt des Bundes, kann online unter gezeichnet werden - allerdings braucht man dafür eine Registrierung bei ID Austria mit Vollfunktion. Bereits ab 100 Euro ist man dabei, Spesen oder Kontoführungsgebühren werden keine verrechnet. Die Zinsen rangieren derzeit - je nach Laufzeit - zwischen 2,50 und 3,50 Prozent.

von

Der sogenannte Bundesschatz ist als Sparprodukt gedacht, mit dem man beim Bund - also ohne ein Wertpapierdepot bei einer Bank - österreichische Staatsanleihen erwerben kann. Ein solches Produkt gab es bereits früher (ab 2002), es wurde jedoch 2020 angesichts des damaligen Niedrigzinsumfeldes eingestellt.

Man habe bereits vor einigen Monaten mit den Banken Gespräche darüber geführt, dass die steigenden Zinsen an die Sparer weitergegeben werden müssten, sagte Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) am Montag bei der Präsentation des neuen Geldanlageproduktes. "Das ist auch ein Grund dafür, warum wir uns entschieden haben als Finanzministerium gemeinsam mit der OeBFA, ein zusätzliches Angebot, ein sicheres Angebot, ein attraktiveres Angebot für die Sparerinnen und Sparer zu schaffen. Eben dafür haben wir den Bundesschatz wiederbelebt." Er rechne damit, dass auch Banken und Versicherungen nachziehen und ID Austria im Identifikationsprozess nutzen werden, sagte Brunner.

Weil beim Bundesschatz direkt beim Bund veranlagt wird, sei auch keine Einlagensicherung nötig, erklärte der Geschäftsführer der Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA), Markus Stix. Es handle sich um Österreichs sicherste Geldanlage. "Der Bundesschatz ist ein Wertpapier, begeben vom sichersten Emittenten in Österreich, der Republik selbst." Die Republik stehe mir ihrem gesamten Vermögen dahinter.

"Die Zinssätze der jeweiligen Laufzeiten werden täglich neu festgesetzt und richten sich nach den aktuellen Marktzinsen. Der Zinssatz ist immer für die gesamte gewählte Laufzeit fix, das heißt er kann sich nicht ändern", erklärte Stix. Die Zinsen hängen von der jeweiligen Laufzeit ab und liegen aktuell zwischen 3,50 Prozent p.a. (1 Monat Laufzeit) und 2,50 Prozent p.a. (10 Jahre Laufzeit). Derzeit gibt es am Markt eine inverse Zinskurve, Anleger erhalten also für kurzfristig veranlagte Gelder höhere Zinsen als für langfristige Veranlagungen.

Bei den Laufzeiten können Kundinnen und Kunden zwischen klassischen Bundesschätzen mit den Laufzeiten 1 Monat (3,50 Prozent Zinsen), 12 Monate (3,00 Prozent) und 10 Jahre (2,50 Prozent) wählen. Wer sein Geld besonders nachhaltig veranlagen will, kann grüne Bundesschätze mit 6 Monaten (3,25 Prozent) und 4 Jahren (2,75 Prozent) Laufzeit erwerben. "Bei grünen Bundesschätzen wird im Gegensatz zum klassischen Format das Geld ausschließlich in grüne Projekte investiert", erklärte Brunner. "Hier sind die Mittel zweckgewidmet und dienen ausschließlich der Finanzierung von grünen Ausgaben und Investitionen des Staates, wie etwa dem Ausbau der Schieneninfrastruktur oder der Ermöglichung der grünen Energiewende."

Man kann eine kürzere Laufzeit mit höherer Verzinsung wählen und dann unmittelbar vor Ende der Laufzeit online entscheiden, ob man sich das Geld auszahlen lässt oder neuerlich veranlagt.

An seinem Plan für eine KESt-Befreiung (Kapitalertragsteuer) mit Behaltefrist hält Brunner nach wie vor fest. "Ich kämpfe immer noch bis zum letzten Tag für die KESt-Befreiung beim Vorsorgedepot. Nach einer gewissen Behaltefrist könnte man natürlich hier auch überlegen und den Bundesschatz auch in ein Gesamtpaket einbringen. Auch mit grünen Produkten könnte man es kombinieren beispielsweise." Im Parlament habe er noch keine Mehrheit dafür, obwohl man den Skeptikern entgegengekommen und das Konzept mehrmals angepasst habe. Bei der Behaltefrist sei man jetzt bei zehn Jahren, "das hat jetzt nichts mehr mit Spekulation zu tun".

Über die Autoren

Logo
Abo ab €16,81 pro Monat
Ähnliche Artikel
Photovoltaik-Paneele über Obstkulturen produzieren nicht nur Strom
Nachrichtenfeed
Photovoltaik über Obstbau schützt vor Regen und Frost
Die Bundesregierung will Verbraucherrechte im Energiesektor stärken
Nachrichtenfeed
Sondergesetz soll mehr Wettbewerb am Energiemarkt bringen
Inflation sinkt in Österreich auf niedrigsten Wert seit September 2021
Nachrichtenfeed
Inflation im April bei 3,5 % - Fünfthöchster Wert in EU
Wintersaison: Bereinigt um Inflation und Kalendertage durchwachsen
Nachrichtenfeed
Tourismus - Nächtigungsrekord mit sparsameren Urlaubern
Weitere Proteste in mehreren Bundesländern geplant
Nachrichtenfeed
Fahrradboten setzen Warnstreiks nach Pfingsten fort
Fahrradboten ritten zum Warnstreik für mehr Lohn aus
Nachrichtenfeed
Fahrradboten ritten zum Warnstreik für mehr Lohn aus
Arbeitsmarkt 2023: Teilzeitquote stabil, viele Überstunden
Nachrichtenfeed
Arbeitsmarkt 2023: Teilzeitquote stabil, viele Überstunden
Die Addiko Bank könnte an die slowenische Bank gehen
Nachrichtenfeed
Addiko Bank rückt ins Visier von Investoren
Ausbau der Ladestellen kommt rasch voran
Nachrichtenfeed
Elektroautos im Vormarsch, aber hohe Preise schrecken ab
Der Vertrag von ÖBAG-Chefin Hlawati wurde bis Februar 2027 verlängert
Nachrichtenfeed
ÖBAG-Chefin will Dividende für Infrastruktur zweckwidmen
Viele Unternehmen sind nach dem Angriff Russlands geblieben
Nachrichtenfeed
Nur wenige ausländische Firmen kehrten Russland den Rücken
Selbstbediener-Kassen haben sich in Österreich noch nicht durchgesetzt
Nachrichtenfeed
Hofer will in bis zu 200 Filialen Selbstbedienungskassen